Web-Practice: Monetarisierung, Preisplatzierung – erläutert an unserem Portal Frankentipps.de

Wir betreiben das regionale Veranstaltungsportal http://www.Frankentipps.de .

Das Portal ist für Veranstalter mit der Bewerbung ihrer Veranstaltungstermine kostenpflichtig, für Nutzer ist der Zugriff kostenlos. Im Folgenden möchte ich die Strategie der Preisplatzierung unserer Angebote erläutern. Eventuell sind einige unserer Erfahrungen z.B. für das ein- und andere Startup von Interesse

Ausgangssituation:

Zum Start des Portals konnten wir nicht ab Tag 1 mit einer Kostenpflicht für Veranstalter aufwarten. Wir konnten den Veranstaltern selbst noch keine Reichweite bieten. Auch war das Portal selbst noch nicht weit genug im Leistungsumfang für Veranstalter selbst entwickelt.  Eine Kostenpflicht hätte natürlich zu viele Veranstalter in der wichtigen Startphase abgeschreckt. Ein Content-Umfang hätte sich nicht etabliert. Das Portal wäre für den Nutzer selbst uninteressant geworden und mit größter Sicherheit beim Start „abgesoffen“

Jedoch wollten wir bereits ab Tag 1 eine generelle Kostenpflicht bereits offen kommunizieren.

Zur Etablierung unseres Geschäftsmodells steckten wir 3 Preisphasen und 2 Kundengruppen:

Ft_platzierung

First movers: Veranstalter, die sich ab Start des Portals in 05/2005 bis 04/2007 registrierten, nutzten das Portal in diesem Zeitraum (=24 Monate) UND automatisch weiter bis 04/2009 kostenfrei. Veranstalter der ersten Stunde nutzen demnach das Portal je nach Anmeldezeitpunkt bis zu 4 Jahre kostenfrei. Diese Regelung und die Tatsache, dass die Leistungen ab dem bestimmten Zeitpunkt kostenpflichtig werden, wurde dieser Kundengruppe stets klar kommuniziert.

Veranstalter, die sich ab 05/2007 registrierten, erhielten ausschließlich nur noch die regulären Preislisten-Konditionen. Die firt movers-Konditionen wurden nicht mehr offen publiziert.

Ab 05/2007 ging es für uns damit praktisch  um die Wurst: Mussten wir bis spätestens 04/2009 einen genügenden Stamm von regulär zahlenden Veranstaltern aufbauen, die etwaige „Abspringer“ von first movern nach deren Ende ihrer Kostenlos-Phase verkraften lassen. Es lag natürlich in der Natur der Sache, dass Neuanmeldungen ab diesem Zeitpunkt gegenüber Anmeldungen in der Kostenlos-Phase spürbar nachließen.

In 05/2009 stellten wir wie angekündigt die first movers auf die regulären Konditionen um. Sofortiges Ergebnis: Rund 5% dieser first movers kündigten sofort mit der Begründung, generell keine Kostenpflicht zu akzeptieren. Es gestalteten sich teilweise Dramen;-). 

Der Rest blieb!

 Erkenntnisse, Vorteile, weiteres:

  • Wir belohnten die Loyalität unserer Kunden der ersten Stunde und haben nicht Neukundenorientiert gedacht.
  • Das Portal ist durchgehend kostenpflichtig. Eine Novität in diesem Content-Bereich und ein Beleg, dass Gratisbereiche in Medien/im Web monetarisiert werden können. Leistungsumfang statt kostenlos.
  • Die Klientel der konsequenten „Kostenlöslinge“ bleibt uns gesamt erspart. 
  • Wir bieten ganz bewusst keine light/Free-Version von Leistungen. Eine kostenlose Eintragsvariante würde zwar das Portal auf den ersten Blick interessanter weil vielleicht voller erscheinen lassen. Zahlende Veranstalter hätten jedoch deutlich niedrigere Kontaktquoten. Mittlerweile stellt dies für unsere Veranstalter ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal dar.
  • Durch den Wegfall von „kostenlos“ können wir unsere personellen und technischen Ressourcen ausschließlich auf zahlende Kunden konzentrieren. Dieser Fakt ist mittlerweile nicht unerheblich für die Kundenzufriedenheit. 
  • Wir haben heute eines der leistungsfähigsten Portale seiner Art in der Region – mit einer kontinuierlichen Akzeptanz und steigenden Nutzerzahlen. Weniger Umfang gleich weniger Resonanz kann ich demnach nicht bestätigen.
  • Eine solche Monetarisierung ist natürlich nicht auf alle Portal-Modelle (vor allem z.B. Communities) adaptierbar. Hauptsächlich würde ich jedoch für Angebote mit der Zielgruppe kommerzielle Anbieter auf eine durchgehende Kostenpflicht zur Etablierung raten. 
Man muss nicht das umfangreichste Portal mit den meisten Einträgen sein, sondern das Portal mit den meisten bezahlten Einträgen.

Das ist wichtig:

  • Klare Kommunikation der Phasen und Preis-Konditionen.
    Alternative: Testzeitraum
  • Gut kalkulierte Zeitspannen. Keine Nachbesserungen, keine Verlängerung (unglaubwürdig)
  • Professionelles Billing, möglichst niedrige Hürden (z.B.. niedrige Mindestzahlbeträge etc.)
  • Verschiedene Zahlungsweisen (PrePaid, per Rechnung, Lastschrift)
Das Konzept des Veranstaltungsportals Frankentipps.de als Slideshare:
http://www.frankentipps.de/blog/?page_id=218

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s