Mitfahrzentralen – Von einem Dienst aus der Kostenloskultur zur Rekommerzialisierung

Fasziniert habe ich in den letzten Wochen das Thema „Einführung der Kostenpflicht bei mitfahrgelegenheit.de“ im Netz verfolgt. Weniger als betroffenen Nutzer. Meine letzten Mitfahrerlebnisse waren Ende der 80er noch zu Zeiten von stationären Mitfahrzentralen. Mich interessierte die Geschichte mehr aus Sicht der Entwicklung des Geschäftsmodells und das Nutzerverhalten auf die Abkündigung einer bisher im Netz selbstverständlichen Gratisleistung

Um was geht`s? Die Münchner Firma Carpooling betreibt seit über 10 Jahren die Webseite mitfahrgelegenheit.de (MFG) als virtuelle Mitfahrzentrale. Fahrer konnten Ihre Inserate kostenlos mit Angabe ihres Telekontaktes einstellen, interessierte Mitfahrer konnten so direkt mit den Fahrern Kontakt aufnehmen und eine Mitfahrgelegenheit samt Kostenbeteiligung verhandeln. Fertig. Ein virtueller, werbefinanzierter Inseratsmarktplatz. Wie es ihn auf anderen vergleichbaren Seiten auch gibt.

Im März 2013 führte die Webseite ein Online-Buchungssystem ein, über das nun alle Mitfahrangebote ab 100km Strecke von den Nutzern zwingend als Transaktion abgewickelt werden müssen: Der Mitfahrer bucht die Fahrt über die Webseite beim Fahrer, der diese dann dort bestätigt. Ziel natürlich für die Betreiber der Webseite: Direkte Monetarisierung der Vermittlung von Mitfahrangeboten. Denn die Vermittlungsgebühr beträgt nun 11%, die (jedoch nur) dem Fahrer berechnet werden.

Ein Sturm der Entrüstung startete. Selten habe ich einen solchen Shitstorm bei einer Einführung einer Kostenpflichtigkeit eines Dienstes gelesen. Die Facebookseite der MFG wird bis heute mit zum Teil wüsten Unmutsverlautbarungen und Abmeldeerklärungen durchgehend frequentiert.

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Medien sprangen auf den Zug in ihrer Berichterstattung auf, inklusive Ratgeberleitfaden für kostenfreie Alternativen im Netz.

mfg7Spiegel online vom 12.4.2013:  Gebühren: Mitfahrgelegenheit.de verprellt seine Nutzer

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Focus online vom 18.4.2013: Wo Sie ohne Provision mitfahren können
(Hinweis: Der Artikel der Autorin Jana Wagner ist natürlich sachlich falsch: Mitfahrer zahlen keine Vermittlungsgebühren)

Damit ist die Sache aber wesentlich zu kurz betrachtet.

Ein Online-Buchungssystem bietet grundsätzlich einmal Nutzen und auch Vorteile: Verfügbarkeitsanzeige von freien Plätzen und Onlinereservierungsmöglichkeit. Es bietet natürlich aber auch Nachteile: Wegfall von Flexibilität und individueller Absprache, wie sie bisher in diesem Bereich gewohnt war und gehandhabt wurde: Bei Mitfahrinseraten war bisher vorab die telefonische, auch mal kurzfristige Absprachemöglichkeit sowie Verhandlungsbasis geschätzt. Diese fält jetzt natürlich weg.

Jedoch bietet mitfahrgelegenheit.de ihren Nutzern auch Mehrwertleistungen und kassiert nicht nur Gebühren. Fahrer können einen Onlinebezahlservice aktivieren. Die Mitfahrer bezahlen gleich bei Onlinebuchung, MFG übernimmt die Bereitstellung von Paymentprovidern (z.B. Paypal), die komplette Zahlungsabwicklung und Auszahlung an den Fahrer. Der Fahrer hat somit eine verbindliche Reservierung und bereits Vorkasse für seinen Mitfahrplatz. Ich persönlich finde diese Funktion auch als MFG-Fahrernewbie schon sehr interessant. Ich habe kein Hin- und Hertelefoniere/Gesimse und habe verlässliche Buchung, inklusive bereits erfolgter Bezahlung und Treuhandservice. Auch für mich übrigens, wenn ich MFG als Mitfahrer nutzen würde. Mit der Nutzerregistrierung wurde eine Bewertungsfunktion vergleichbar ebay-Bewertungen eingeführt, die die Communitymitglieder zukünftig in Punkto Zuverlässigkeit ausweisen soll und gleichfalls zur eigenen Einschätzung nutzen können. Dazu gibt es noch SMS-Benachrichtiungsservices für Buchungsanfragen und -Bestätigungen, die den Dienst für eine Echtzeitnutzung abbildet. Im Großem und Ganzen bis auf ein paar zu optimierende Schwächen alles rund soweit.

Der größte Nachteil für die Nutzer seit Einführung natürlich: Eine bisher kostenlose Webseite ist für den Nutzerteil der Anbieter nun direkt im Erfolgsfall einer Vermittlung kostenpflichtig. Niemand zahlt gerne Gebühren. Ich ebenso wenig gerne freiwillig. Sobald es im Netz ums Bezahlen geht, dreht ein Teil der Nutzer regelrecht durch. Die preisliche Höhe für eine Webdienstleistung ist oftmals erstaunlicherweise gar nicht ausschlaggebend. Statt „use it or leave it“ – Alternativen wären nur einen Klick entfernt – gibt es teils richtige Hasskommentare. An einer solchen Entwicklung sind jedoch die Anbieter selbst nicht schuldlos. Was für die Älteren unter uns noch zu Mitfahrzentralen-Zeiten vor Internet selbstverständlich war, nämlich Vermittlungsgebühren zu bezahlen, wurde jetzt mittlerweile über ein Jahrzehnt von den Anbietern selbst als kostenloses Angebot propagiert und etabliert. An diesen Zustand gewöhnt man sich berechtigt gerne. Unter 30jährige kennen bereits gar nicht mehr das Thema Mitfahrgelegenheit mittels Gebührenvermittlungskonzept. Gratiskultur schafft Gratismentalität. Die Reaktion war natürlich vorhersehbar.

MFG ist der erste Dienst in Deutschland, der eine webbasierte Wiedereinführung dieser – für mich gesehen legitimen – Vermittlungsgebühren bei Mitfahrgelegenheiten startet. Eine echte Innovation am Markt der Mitfahrwebseiten. Schon daher finde ich die Entwicklung sehr spannend.

Werbebannerchen, dessen Finanzierungsmodell im schlimmsten Fall noch von den Nutzern per Adblocker abgelehnt werden und Crowdsourcing mittels Spenden machen einen virtuellen Marktplatz nicht wirklich profitabel und lassen eine Geschäftsidee nicht wachsen.

Alternativen als Refinanzierungsmodelle?

  • Mitgliedsgebühr: Fixer, unflexibler Betrag, auch bei Nichtinspruchnahme des Dienstes. Keine Alternative für mich
  • Anzeigengebühr: Zahlen auch bei Nichterfolgsfall. Nicht wirklich, oder? Auch: Die Analogwelt würde grüßen lassen.

Trotz der gefühlt gigantischen Welle von Nutzerunmut und zahllosen kostenlosen Alternativen bin ich überzeugt davon, dass sich das Geschäftsmodell durchsetzt.

  • Wesentlich spricht die bisher erarbeitete Marktpositionierung für sich. MFG ist mit deutlichem Abstand Marktführer in Sachen Frequenz und Inseratsbestand. Zwar gibt es zahlreiche kostenfreie Alternativen, diese haben jedoch nicht annähernd die dominierende Stellung von MFG. Anbieter von Fahrten werden ihre Angebote zwar auf weiteren Plattformen einstellen, auf MFG werden die wenigsten verzichten wollen. MFG wird faktisch nicht geschwächt. Die Vermittlungswahrscheinlichkeit wird weiterhin für MFG sprechen.
  • Nachwievor gilt: Für Mitfahrer ist das Portal weiterhin kostenlos. Fahrer können zwar die Gebühren auf ihre Mitfahrpreise umlegen, müssen sich jedoch wieder in der Preistransparenz zu anderen Anbietern, etablierten Preisen auf Strecken und nun auch neu mit Fernbussen messen. Ein preislicher Trend nach oben wird sich für Mitfahrer nicht entwickeln.
  • Der Mensch ist kein Umgewöhnungstier. Nach einer Phase der Ablehnung wird das Buchungssystem fürs Mitfahren jedoch auch auf anderen Mitfahrplattformen so selbstverständlich werden, wie die Nutzung von anderen Reservierungssystemen in Restaurants, bei Fluglinien und Hotels. Der Nutzen für Fahrer mit No Show-Erlebnissen (Mitfahrer, die nicht kommen oder kurzfrsitig absagen) wird zukünftig mehr geschätzt werden. Der Nutzerkreis der potentiellen Fahrer, die z.B. aus diesem Grund oder Kommunikationsaufwand entweder dem Mtfahrgedanken absprangen oder skeptisch gegenüberstanden, wird steigen.
  • Soziale Community-Funktionen: Mitfahrgemeinschaften zudem mit Marktplatzfunktion haben hohe soziale Effekte. Userprofile, Bewertungspunkte, usw. All das könnte zukünftig eine genau so große Rolle wie auf ebay spielen.
  • Zu guter letzt: Mitfahrgelegenheit ist alles andere als eine kleine Klitsche. Hinter der Webseite steht ein von nicht exitorientierten Gründern geführtes Unternehmen mit Beteiligung interessanter strategischer Partner (Daimler) und inzwischen internationaler Markterfahrung.

Ich finde es völlig okay, wenn jemand Geld mit seiner Webseite verdient, nicht nur Unkosten decken möchte, sondern gewinnorientiert arbeitet. Wenn ich dafür einen guten Nutzen und Mehrwert erhalte, dann gerne auch durch direkte Refinazierung mittels Gebühren. Das ist bei dem Marktplatzangebot von MFG der Fall. Ein kommerziell betriebener Marktplatz bietet Potential für Ausbau und Weiterentwicklung. Ansonsten gilt: Use it, or leave it.

Interessanterweise sind es für mich betrachtet ein Teil der Nutzer selbst, die das Thema Mitfahrgelegenheit schon lange selbst für sich kommerzialisiert haben. Viele Angebote gehen deutlich über eine reine Unkostenbeteiligung für die Fahrt, den eigentlich ursprünglichen Mitfahrgedanken, hinaus.

Ich finde die Entstehung des Unternehmens Carpooling schon sehr bemerkenswert. Aus dem Betrieb der kleinen Stadtinfo- und Kleinanzeigenseite wuewowas.de entwickelten drei Studenten während ihrer Würzburger Studienzeit 2001 die Idee zu mitfahrgelegenheit.de und dem Unternehmen Carpooling, welches heute in neun weiteren Ländern und Kunden in 40 Ländern zum Marktführer gebracht hat. Das Unternehmen mit Sitz in München beschäftigt mittlerweile über 60 Mitarbeiter. Die Gründer Michael Reinicke, Stefan Weber und Matthias Siedler sind noch immer an Board. Auch WueWoWas gibt es noch immer.

Klasse, schöne Entwicklung!

Lesetipps zum Thema:
Audio Benjamin Tincq (OuiShare): Interview mit Carpooling-CEO Markus Barnikel über ridesharing, collaborative consumption und die Zukunft von Mobilität

Michaela Thiel, Alumni Uni Würzburg: Interview mit dem Gründer Michael Reinicke

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54 Gedanken zu „Mitfahrzentralen – Von einem Dienst aus der Kostenloskultur zur Rekommerzialisierung

  1. Auch ich hatte mich damals an diesem „shitstorm“ beteiligt. Ich erlaube mir, meinen damaligen Kommentar hier noch einmal anzubringen, in der Hoffnung etwas zum Verständnis der „Gegenseite“ beizutragen:

    „Reinfall mit Ansage. Mitfahrzentrale.de hat’s doch vor ein paar Jahren vorgemacht, was passiert, wenn man die Nutzer vergrault.

    Daß das nicht falsch verstanden wird: ich finde das Buchungs- und Bewertungssystem grundsätzlich gut. Es bringt tatsächlich etwas mehr Verbindlichkeit.
    Nachvollziehbar finde ich auch das Bestreben, nicht nur kostendeckend, sondern möglichst profitabel zu arbeiten. Ein gewinnorientiertes Unternehmen ist schließlich nicht gemeinnützig, sondern muß Geld verdienen.
    Der Ansatz, direkt über die vermittelten Fahrten zu verdienen ist aber verfehlt. Dazu müßt Ihr ja die Kommunikation zwischen den Nutzern kontrollieren. Das führt unter anderem dazu, daß Ihr Telephonnummern u.Ä erst nach der Buchung freigeben könnt. Ich muß als Mitfahrer also zusagen, bei jemand Wildfremdem ins Auto steigen, oder als Fahrer jemanden mitnehmen, ohne daß ich zumindest kurz am Telephon mit ihm sprechen konnte und einschätzen konnte, ob ich dem Typen als Mitfahrer mein Leben anvertrauen oder ihn in meinem Auto haben möchte.
    Ganz ehrlich: nein, so läuft das nicht.

    Macht halt die Mitgliedschaften für die Fahrer kostenpflichtig, mit einem 10er im Jahr könnte sicher jeder leben. (Daß Ihr an die Mitfahrer nicht rankommt, weil die noch kostensensibler sind habt ihr ja auch gemerkt). Aber greift bloß nicht in die Vermittlung selber ein. Und arbeitet an Eurer Kommunikation, Salamitaktik macht unbeliebt.
    Sonst sind die Nutzer schneller weg als ihr gucken könnt.
    Ich fürchte nur, jetzt ist es zu spät… Der Schaden ist bereits angerichtet.“

    Nicht die Kommerzialisierung an sich treibt die Nutzer auf die Barrikaden, sondern die Art der Umsetzung. Da ist zum einen der schon im originalen Kommentar angesprochene Sachverhalt, daß das Zwangsbuchungssystem die schnelle Kontaktaufnahme unmöglich macht und zwei der größten Vorteile – zum einen die Spontanität, zum anderen die Möglichkeit, seinen Gegenüber irgendwie einschätzen zu können – zunichte macht. Man könnte nun einwenden, daß es dafür ja das Bewertungssystem gebe – aber zumindest ich persönlich traue meiner Intuition im Zweifel doch mehr als ein veröffentlichten paar bits und bytes. Außerdem geht es ja nicht nur um gewissenhafte „Vertragserfüllung“, sondern auch darum, gemeinsam eine angenehme Fahrt zu verbringen. Es fährt sich nämlich auf Langstrecken in Gemeinschaft deutlich angenehmer.

    Der zweite, nicht zu unterschätzende Punkt ist die Höhe der Provision. Wenn man davon ausgeht, daß eine Vielzahl der Fahrten von Fernpendlern angeboten wird, die aus beruflichen und privaten Gründen fahren müssen, dann erscheint natürlich einerseits die Argumentation: „lieber 11% an MFG abgeben als gar keine Mitfahrer haben“ nachvollziehbar. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
    Andererseits lastet auf diesen Fernpendlern schon ein enormer Kostendruck, Die Kosten des Autofahrens sind in den letzten Jahren deulich stärker gestiegen als die (veröffentlichte) Inflationsrate. Für mich persönlich würde das Gebührenmodell von MFG eine Mehrbelastung von 500 bis 600 € im Jahr bedeuten. Das bin ich nicht bereit zu zahlen, und offensichtlich geht es vielen anderen ebenso.

  2. Guter Artikel! Allerdings glaube ich, dass sich Drive2day auf http://www.drive2day.de langfristig als kostenlose Alternative etablieren wird. Ich selbst habe dort in letzter Zeit meine Mitfahrer gefunden. Das Angebot ist sehr groß, wenn auch nicht vergleichbar mit MFG. Aber dort lebt der ursprüngliche Mitfahrgedanke ebene wieder auf. Und das finde ich schön. Ich inseriere zwar auch bei MFG, aber dort sind meine Fahrten teurer als bei Drive2day. Ich schlage den Preis schon auf die Mitfahrer um und wenn das alle Fahrer machen, dann zahlt eben doch der Mitfahrer. Andererseits ist das nicht so schlimm. Das größere Problem ist der Imageschaden den MFG erlitten hat. Und das jetzt alles komplizierter geworden ist. Ich denke es wird zukünftig die kostenpflichtige Mitfahrzentrale MFG geben und das kostenlose Mitfahrportal Drive2day. Die Mitfahrer werden sich für das ein oder andere entscheiden – die Fahrer vielleicht für beide. Auf jedenfall bleibt es weiterhin spannend…

  3. Hallo Klaus, ein interessanter Beitrag von dir. Ich denke allerdings, dass du zu kurz greifst, wenn du den Shitstorm hier auf die „Gratiskultur“ zurückführst. Als aufmerksamer Facebook-Leser und Kommentator, sollte dir aufgefallen sein, dass es längst nicht mehr nur um die 11% als Stein des Anstoßes geht. Viele Nutzer, mich eingeschlossen, sind durchaus bereit, einen kleinen Obolus zu zahlen. Es geht um die Art und Weise der Implementierung des Buchungs-Systems und die damit verbundene Erschwernis in der Kontaktvermittlung.

    Insbesondere Mitfahrer (die eigentlich gar nicht von den Kosten betroffen sind) leiden darunter, dass sie nicht mehr einfach und unkompliziert „mal eben“ eine MFG buchen können, indem sie eine Liste von Telefonnummern durchtelefonieren, bis sie ein passendes Angebot gefunden haben. Stattdessen müssen sie „Buchungsanfragen“ schicken und letztendlich darauf warten, bis die andere Seite reagiert, falls es zu keiner direkten Kommunikation kommt. Die Krux ist, dass sie nicht einfach mehrere Buchungs-Anfragen parallel schicken können, sondern immer nur eine gleichzeitig am Laufen haben können, weil sonst die Gefahr besteht, dass mehrere Fahrer gleichzeitig ohne weitere Kommunikation die Buchung bestätigen (besonders fatal bei Vorkasse!). Ein einfacher Vorgang, der für viele spontan „zwischen Tür und Angel“ erfolgt, wird hier zu etwas, was mitunter tagelange Vorausplanung erfordert. Das verkompliziert den Vorgang für Mitfahrer auf viel befahrenen Strecken derart, dass hier momentan der größte Shitstorm-Faktor liegt. Die Mitfahrer wollen das Buchungs-System, insbesondere auf kleineren Strecken (etwa Dresden – Leipzig mit Dutzenden Angeboten) einfach nicht. Daraus ergibt sich für Fahrer nun wieder das (oft auf Facebook geäußerte) Ärgernis, dass sie seit dem Buchungs-System nicht nur 11% abdrücken müssen, sondern einfach keine Mitfahrer mehr finden!

    Dazu kommt erschwerend das völlige Kommunikations-Versagen von Carpooling hinzu. Hier ist eine Firma gewachsen, die, wie du beschrieben hast, ein beachtliches Wachstum hingelegt hat, sich dabei aber keinerlei Kompetenz für Kundenkommunikation ins Haus geholt zu haben scheint. Es reicht nicht aus, vorausschauend das Gästebuch für neue User zu sperren, heftige Zensur walten zu lassen und von Neusprech und leeren Phrasen nur so strotzende Postings in die Welt zu setzen, man muss nicht nur sagen, dass einem die „Nutzer“ etwas wert sind, man muss es ihnen auch zeigen!

    Ich sehe es im Endeffekt ganz einfach: Carpooling wird entscheidend nachbessern müssen, oder aber gegenüber den stark wachsenden Alternativen schnell ins Hintertreffen geraten. Wie du beobachte ich die weitere Entwicklung mit Spannung.

    • Die Verkomplizierung habe ich erwähnt und versucht, im Blogposting mit herauszustellen.

      Danke für die Ergänzung: Das ist schon nachteilig, dass eine unbeantwortete Reservierung bei nicht zeitnaher Bestätigung den Suchenden für 24 Stunden verbindlich blockiert. Ich stimme Dir zu, dass die Betreiber hier z.B. wie auch anderswo nachbessern könnten bzw. sollten. Andererseits: Eine Reservierung wird in Echtzeit auch per SMS übermittelt. Teilnehmer von MFG sollten doch schon in der Lage sein, eine Reservierung zeitnah zu beantworten. Das bisherige „Durchreservieren“ und nachträgliche Absagen „hat sich erledigt“ kann ja für beide Seiten auch nicht ganz der Weg sein…

      • Wenn Menschen Machinen wären, würde das Buchungs-System mit der SMS- und Email-Vermittlung perfekt funktionieren. Aber Menschen sind Menschen, sie sind auf Arbeit, sie schlafen, sind im Gespräch, am Computer, im Bad, in der Sonne, haben das Handy stumm, haben keine Zeit, auf die SMS direkt zu reagieren, etc. Wenn die durchschnittliche Reaktions-Zeit von Fahrern auf Buchungsanfragen nur 15 Minuten beträgt, sind das trotzdem 14 Minuten zu viel.

        Wohlgemerkt, wenn man eine richtige „Reise“ plant, d.h. mehrere Hundert Kilometer in der Gegend herumfährt, dann nimmt man diese Unannehmlichkeiten gegebenenfalls in Kauf, im Tausch gegen die Sicherheit und Verbindlichkeit einer solchen Buchung und plant in der Regel auch entsprechend vor. Ich selbst habe für solche Fahrten bereits das Buchungs-System gern genutzt.

        Wenn man aber nur mal eben am Nachmittag spontan von Leipzig nach Dresden fahren möchte und eine Palette von 50+ Angeboten vor sich hat, dann ist das komplette Gegenteil der Fall! Und genau hier ist es, wo sich Carpooling mit ihren User-Acceptance-Tests komplett geirrt hat und das ist es, was ihnen langfristig das Genick brechen wird, sollten sie nicht dringend reagieren.

      • @Albert Amseldrossler

        Möglich wäre ja z.B. eine Art „gepoolte“ Reservierungsmöglichkeit von 2 oder mehr Reservierungen auf einer Strecke mit „first come, first serve“, welche die andere(n) Buchungen inkl. gequeter Zahlung wieder automatisch egalisieren. Oder selbst festlegbare Reservierungsgültigkeit von z.B. nur 6 oder 12 Stunden (bei Reservierungen in der Nacht für Abfahrt am nä. morgen). 24h widerspricht sich ja auch wenig mit der Möglichkeit von SMS.

        Also technisch-konzeptionell sollte da Einiges möglich sein und sich an die Nutzerbedürfnisse noch anpassen lassen. Dafür sollte man aber besser die Webseite von MFG nutzen;-)

  4. Eine objektivere Meinung könnten Sie sich bilden, wenn Sie schon jahrelanges Mitglied auf mfg gewesen wären und das sowohl als Fahrer als auch Mitfahrer.
    Wie von ihnen erwähnt, hat der Fahrer einen großen Vorteil: wenn er vorher ausgebucht ist, wird er nicht auf seinen Kosten sitzen bleiben, „Dank“ des Buchungssystems. Und die Kosten der Provision kann und wird er einfach auf seine Mitfahrer umwälzen! Nichts mit Wettbewerb! Das ist ja wohl eine Traumvorstellung ihrerseits, die Angebote werden sich in den nächsten Wochen einfach preislich anpassen.
    Der große Nachteil ist es, dass er sein Auto nicht mehr kurzfristig vollbekommt. Aus Erfahrungen kann ich sagen, dass es sehr viele Leute gibt, die wirklich erst 1,2h vorher eine Mitfahrgelegenheit benötigen und sich diese in der Vergangenheit auch schnell finden ließ. Nun nicht mehr möglich.
    Da bleibt generell die Frage: Wo bleibt der Nutzen für den Mitfahrer?!
    Ich sehe absolut keinen. Es wird teurer, komplizierter, weniger spontan und im Falle, dass der Fahrer abspringt, kriegt man zwar sein Geld wieder (als hätte man es vorher nicht), hat aber keine Chance trotzdem noch am gleichen Tag wegzukommen.
    Warum führt man nicht einfach ein freiwilliges Buchungssystem ein? Das spricht dann die Mitfahrer und Fahrer an, die sich dadurch Sicherheiten versprechen..
    Weitere Nachteile haben meine Vorredner ja bereits gut zusammengefasst.. Naja fehlt noch, dass das Buchungssystem nicht ausgereift ist (Stichwort: Teilstrecken).
    Ich hoffe wirklich, dass mfg diesen Schritt bereuen wird. Eine solche Kommerzialisierung einer ursprünglich „grünen“ Idee ist absolut unnötig und lässt sich nicht mit anderen Plattformen vergleichen. Ich habe nichts gegen das Geld verdienen, aber ein bisschen Marktforschung und ein ausgereifteres Geschäftsmodell wären nicht zu viel gewesen im Vorhinein.

    Beispiel für ein alternatives Geschäftsmodell:
    Freiwilliges Buchungssystem mit einer Provision von 5% (auf einer längeren Strecke verdient MFG somit locker 5€ pro Fahrt!) mit dem Vorteil, dass keine Werbung in der Anzeige geschalten wird und das Inserat in Farbe und Position von den anderen Fahrten abgehoben wird. Zusätzlich ist es dort möglich, Treuepunkte zu sammeln (sowohl für Fahrer auch als Mitfahrer), die dann gegen irgendwas Tolles eingetauscht werden können. So macht man das BS attraktiver.
    Für die Mitfahrer/Fahrer, die keine Lust auf Anmeldung mit Bankdaten etc. haben, bleibt alles beim Alten. Allerdings erscheint beim Aufrufen des Angebots eine Werbeanzeige/Werbespot.
    Deutsche Bahn und Fernbusangebote würde ich eine Provision von 10% aufbrummen, die können das wegen der kommerziellen Nutzung eh verkraften.

    Und ich behaupte, das Modell hätte auch Kritik aufgeworfen, aber mit der richtigen Kommunikation und der Gegenüberstellung der Alternative eines Zwangs-BS wären die Nutzer sicherlich zu besänftigen gewesen.

    Naja, ich glaube sowieso, dass da nur Gurken in der Geschäftsleitung sitzen, die selbst nur Bahn fahren.

  5. Also es ist schon eine Frechheit, die Mehrzahl der Fahrer der Kommerzialisierung zu bezichtigen. Nun wird es definitiv kommerzialisiert, denn der Fahrer langt mit der Deckung der Spritkosten nicht mehr hin, sondern muss auch noch irgendwo die 11 Prozent zur Weitergabe bei seinen Mitfahrern holen. Du kannst auch nicht ignorieren, dass vielen das tolle Buchungssystem, sowie den meisten Mitfahrern das Registrieren, einfach zu umständlich und zu unflexibel ist. Aber es ist immer nur von seinen Vorteilen die Rede. Die Fahrer wollen nicht zu Fuhrunternehmern und Taxifahrern gemacht werden, ganz einfach. Dann wäre da noch dieser streckenweise arrogante Ton, das Totgeschweige und die unterlassene Information von mfg gegenüber seinen langjährigen Nutzern. Denn ich habe von der AGB-Änderung erst mitbekommen als ich eine Fahrt einstellen wollte und plötzlich eine Einzugsermächtigung für mein Konto verlangt wurde. Letzere werde ich nicht so ohne Weiteres herausgeben, und das prinzipiell. Es ist ja wohl selbstverständlich, dass man über AGB-Änderungen persönlich informiert wird. Es ist sogar gesetzlich vorgeschrieben in Deutschland, mit wenigen Ausnahmen, eine Einverständnis bei AGB-Änderungen für den jeweiligen Nutzer einzuholen. Ohne konkrete Hinweise auf die AGB-Änderungen reicht nämlich nicht die Tatsache der Weiternutzung durch den Nutzer. Doch ich habe nicht mal eine Mail mit der Info bekommen. Das sind alles Kritikpunkte die mit der Kostenpflichtigkeit einer Leistung nichts zu tun haben und für mich Grund genug zum Wechseln zu Anbietern, die beispielsweise schon seit 1998 überleben. Und das ohne irgendwelche fragwürdigen Buchungssysteme und Geschäftsmodelle bei denen durch den Einstieg von Holdings bzw. international agierenden Großkonzernen Profit ausgeschüttet und der Markt erobert werden soll. Das ist ziemlich offensichtlich. Und Daimler ist nicht an Mitfahrgelegenheiten interessiert. Das kann mir keiner erzählen. Denen geht es darum, klammheimlich hier Stück für Stück ihr Carsharing-Modell car2go einzuführen und die Kaufkundschaft von Morgen zu finden. Denk mal darüber nach Klaus, statt nur über „Gratismentalität“.

    • @Kowi
      >>
      Also es ist schon eine Frechheit, die Mehrzahl der Fahrer der Kommerzialisierung zu bezichtigen.
      >>
      Ich habe von einem Teil geschrieben. Das ist schon ein Unterschied, oder? Dieser ist definitiv und klar ersichtlich vorhanden, natürlich durch die Bank bei allen Portalen dieser Art.

      >>
      Du kannst auch nicht ignorieren, dass vielen das tolle Buchungssystem, sowie den meisten Mitfahrern das Registrieren, einfach zu umständlich und zu unflexibel ist.
      >>
      Auch darauf bin ich eingegangen.

      Preisänderungen und die Abkündigung von kostenfreien Leistungen muss nicht eine AGB-Änderung zur Folge haben. Mir ist nicht bekannt, ob die Einführung des BS z.B. auch per Newsletter kommuniziert wurde. Ansonsten: Wär ich in Deiner Situation gewesen: Nach login Info + Check Kosten, Nutzen ja/nein. Fertig. Aber ich verstehe Dich. Weil man sich an die Gratisleistung berechtigt gewöhnt hat. Viele Dienste versprechen auch praktisch die Kostenfreiheit. Und auf einmal, na sowas: Ist die Kostenpflicht doch da.

      Auch darauf bin ich eingegangen.

      Beteiligung von Daimer mit dem wahrscheinlichem Ziel der Positionierung seines Carsharing-Modells car2go als Ergänzung im Portal: Ja, klar. Und: Weiter? Mir bekannt ist Daimler ein seriöses Unternehmen. Gute Produktergänzung, guter Partner. Meine Meinung.

      Deinen Link zur MFG-Boykottseite habe ich entfernt. Boykottaufrufe haben zu dieser Sache in meinem Blog nichts verloren. Du kannst jedoch meinetwegen auch verlinkt kommentieren, was Du zukünftig selbst nutzt oder nicht mehr nutzen wirst.

      • Wozu braucht es denn 65 Mitarbeiter? Vorher ohne dieses nicht richtig funktionierende Zwangs- BS hat doch auch alles geklappt und die Werbeeinnahmen haben sicher mehr als gereicht. Und Nichterscheiner hatte man höchstens 2%! Das ist kein Beinbruch!
        Aber deswegen gleich von einer Gratis- Mentalität zu sprechen ist einfach falsch, egal ob einige oder viele gemeint sind.
        Dann wäre meine Frage, ob MFG vorher am Hungertuch genagt hat? Sicher nicht!
        Aber zum Glück zeigen die kostenlosen Alternativen wie drive2day.de, fahrgemeinschaft.de und sogar neue Portale wie z. B. bessermitfahren.de wie es kostenlos auch super funktioniert. Wenn erst alle kostenlosen in solchen Metasuchmaschinen wie fahrtfinder.net integriert sind, kann MFG endgültig Goodbye sagen. Bis dahin haben sie allerdings Earlybird und Daimler sicher schon befriedigt!
        Mir tun nur die extra eingestellten Mitarbeiter leid, die bisher im GB als auch auf der FB- Seite im „Stasi“- Stil zensieren mussten. Auch ich durfte nur noch lesen! Bloß, weil ich meine Meinung geäußert habe und auch öfters mal andere Portale erwähnt habe, was in den anderen Portalen Usus ist. Und Überraschung, dort darf man weiter schreiben und wird nicht rausgeschmissen! Was sagst du denn dazu?

      • @Micha

        >>
        Wozu braucht es denn 65 Mitarbeiter?
        >>

        Gut, dass es sie anscheinend braucht. 65 geschaffene Arbeitsplätze in Deutschland. Hervorragend! Das ist meine Sichtweise.

        Wir löschen auf unseren Web- oder Socialseiten auch Kommentare, die unserer Ansicht nach uns schaden und z.B. vornehmlich Beleidigungen beeinhalten. Normales Seitenhausrecht. Vielleicht ahst Du dich im Ton vergriffen. Ich habe lange genug auf der FB-Seite von MFG mitdiskutiert, um zu sehen, wie von anderen auch Alternativen erwähnt wurden. Du kannst ja wohl nicht im Ernst davon sprechen, dass die FB MFG-Seite einen moderierten Eindruck macht. „Leute, nutzt nicht mehr Michas Dienst, sondern XYZ“ Ehrlich: Sowas solltest Du auch z.B. löschen, wenn Du mal (mal) eine Firma hast.

      • „Gut, dass es sie anscheinend braucht. 65 geschaffene Arbeitsplätze in Deutschland. Hervorragend! Das ist meine Sichtweise.“

        Die Frage war: wofür benötigt man diese 65 Mitarbeiter. Schade, dass Sie in Ihrer Antwort nicht auf die Frage eingehen. Immerhin teilen Sie dafür dem Leser Ihr Glück mit – das ist schön, aber keine Auseinandersetzung mit einer berechtigen Frage.

      • @Julia Müller

        >>
        Die Frage war: wofür benötigt man diese 65 Mitarbeiter.
        >>

        Das ist nicht mein Thema. Sie werden schon Ihre Funktion haben. Wenn es ein international aufgestelltes Unternehmen wie in diesem Fall ist (demnächst lt. FTD ja sogar Japan), sind die Arbeitsplätze entsprechend qualfiziert. Nochmals: Hervorragend.

      • „Das ist nicht mein Thema. Sie werden schon Ihre Funktion haben.“

        Nun gut, hier endet dann eine kritische Auseinandersetzung mit Ihnen. Schade, aber gegen einen naiven Glauben sind sämtliche Argumente immun.

      • @Julia Müller

        >>
        Schade, aber gegen einen naiven Glauben sind sämtliche Argumente immun.
        >>

        Schon mal thematisiert, warum ein Hersteller vom eigenen Auto soviel Mitarbeiter in der Verwaltung hat und es nicht mit weniger Personal billiger gehen könnte? Wenn man im Restaurant auf einen Kellner verzichten könnte und das Schnitzel dann günstiger sein könnte? Zählst Du die Mitarbeiter im Lokal?

        Ehrlich: Als Konsument vertiefe ich mich wirklich nicht so sehr in die Personalpolitik des Unternehmens. Mich interessiert da höchstens nur, ob der Herstellerkundendienst passt und mein Schnitzel noch heiß auf dem Tisch steht.

        Ich habe die geschaffenen Arbeitsplätze nicht aus Konsumensicht betrachtet. Alles andere dazu ist hier nicht das Thema.

  6. Na, das war aber echt dünn!
    Was haben denn die 65 Leute davon, wenn sie in einem halben Jahr wieder auf der Straße sitzen? Dann lieber keinen Job!
    Na, dann schau mal bie fahrgemeinschaft.de ins forum oder bei drive2day.
    Bei fahrgemeinschaft.de werden sogar extra Alternativmitfahrportale vorgeschlagen: http://www.fahrgemeinschaft.de/forum/forum/50-fahrgemeinschaft-mitfahr-portale/
    Dort erfährt man auch, wer alles von MFG gesperrt wurde fürs GB und die FB- Seite. Und da sagst du: „Du kannst ja wohl nicht im Ernst davon sprechen, dass die FB MFG-Seite einen moderierten Eindruck macht. „

    • @Micha
      >>
      Was haben denn die 65 Leute davon, wenn sie in einem halben Jahr wieder auf der Straße sitzen?
      >>

      Ein Grund mehr für mich, dabei zu bleiben 🙂 Da stimme ich Dir natürlich zu. Gibt es ja öfters in der exitorientierten Startup-Szene. Sieht hier aber für mich nicht danach aus, dass es sich bei diesem Unternehmen um einen solchen Fall handelt. Der Laden ist ja auch schon im Geschäft.

      Das Thema Löschen von FB-Kommentaren etc.: Es ist ganz banales Hausrecht. Ich lösche auch regelmässig bis häufig bzw. schalte nicht frei. Es ist auch hier im Thema für mich wirklich unrelevant.

      • Ich finde nicht, dass es irrelevant ist! Nur weil du es hier nicht zum Thema gemacht hast?
        Warum machen es denn andere Portale nicht?
        Darüber haben sich sehr viele User, wie auch ich; erbost! Es war nämlich Teil der MFG- Verschleierungstaktik wie auch das Thema, dass User seit Juni 2011 keinen Zugang mehr zum Gästebuch und zur Schwarzen Liste hatten.
        Oder wie erklärst du dir sonst, dass MFG nicht an die Öffentlichkeit gegangen ist, sondern die von dir genannten Medien erst durch die aufgebrachten User darauf aufmerksam wurden, dass MFG am 27.3. (rechtzeitig zu den Osterfeiertagen!)endgültig ein Zwangs- Buchungssystem mit 11 % Gebühr einführt?
        Schon vorher gab es auch durchaus sachliche Kritik dazu! Aber MFG lässt alles abblitzen! Null Reaktion!

      • @Micha
        Für Dich ist es nachvollziehbar nicht irrelevenat, ob Dein Kommentar gelöscht wurde. Für mich ist es das hier zum Thema.

        Generell: Auch wenn es manchmal selber wurmt: Man muss es akzeptieren. Use it, or leave it. Man hat kein Recht auf freie Meinungsäusserung gleich welchem Tonfall in den virtuellen Geschäftsräumen des Adressaten. Es wäre naiv, das auch zu erwarten. Ich persönlich würde noch viel mehr löschen und bannen auf FB MFG. Weil manches schlicht schlechteste Kinderstube („digital artikulierter Hass“) ist und unter die Gürtellinie geht.

        Kein Webdienst macht PR und Werbung a la „wir sind jetzt kostenpflichtig, bitte berichten Sie über uns“. Wurde Dein Account mit einem jährlichem Mitgliedsbeitrag behaftet, den Du jetzt berechnet bekommst, weil Du damals etwas in den AGBs überlesen hast? Nein. Also. Die Information war für mich als Neuuser auf der Webseite klar und hervorgehoben ersichtlich. Ergo dann auch für Dich bei Deinem login. Wie es weiter mit Dir kommuniziert wurde, weiß ich nicht.

        Aber da hast Du Deinen Unmut ja schon kund getan. Auch: Dein Account und die Leistung von MFG für Dich als Mitfahrer ist weiterhin komplett kostenlos. Richtig?

        Warum die Presse nur hauptsächlich über das Thema „jetzt kostenpflichtig“ und „Shitstormwelle unbekannten Ausmasses“ geschrieben und so indirekt mit vorangebracht hat, meistens lediglich auf Kostenlos-Alternativen verwiesen hat, ist verständlich und nachvollziehbar. Da steckte halt leider nur die Story. Das ist nunmal leider so. Mein Posting sollte hier auch bewusst die andere Position einmal beleuchten und andere Fakten hervorheben. Ich bin ein Freund von ausgewogener Information.

    • @Jens

      Danke! Ich habe hier nochmals bei MFG rückgefragt. Stefan Weber hat sich aus der Geschäftsführung von Carpooling zurückgezogen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Er ist jedoch weiterhin aktiv dem Unternehmen sowie als Shareholder verbunden.

      Meine Aussage „…mit an Board…“ könne man lt. MFG demnach „auch weiterhin so stehen lassen“.

  7. Ich hoffe doch nicht, dass sich das Geschäftsmodell etabliert. Ich will doch nicht meine erbrachte Leistung (nämlich die Strecke) besteuert haben, sondern für einen Dienst einen fairen Betrag bezahlen. Die Leistungen seitens der carpooling sind, gleich welcher Streckenlänge, immer gleich: Informationen aufnehmen, in die DB schreiben, anzeigen.
    Sehr viel mehr möchte der geneigte Fahrer gar nicht. Das BS ist zwar ganz nett. Wenn ich aber zurückdenke an Zeiten, als es optional und kostenlos war und wie viele Mitfahrer fragten „muss ich buchen? Ich habe nämlich keinen Account dort“, muss ich jetzt doch herzlich lachen.
    Dank einiger kleiner Löcher darf ich noch immer ohne BS inserieren und darf jedes Mal hören, wie ich das mache und warum sie bei mir die Nummer noch lesen können, bei anderen Fahrern aber gerademal der Name steht.
    Für die regelmäßigen und Vielfahrer ist das ZBS okay. Die kennen ihre Pappenheimer, treten schnell eine Buchung los und brauchen nur noch die Bestätigung abwarten. Nur genau die haben meistens ein halbes Adressbuch ihrer Stammfahrer und klingeln die mittlerweile vorher ab, bevor sie auch nur einen Klick auf mitfahrgelegenheit.de setzen.

    Bezüglich der Finanzierungsalternativen: Was ist so schlimm an der „analogen Welt“? Pro Inserat zu bezahlen wäre wenigstens fair und ließe sich einzeln oder in Paketen verkaufen. Das wäre immernoch mein größter Favorit (nachdem das Premiummodell gnadenlos gegen die Wand gefahren wurde).

    • @airliner

      >>
      Bezüglich der Finanzierungsalternativen: Was ist so schlimm an der “analogen Welt”? Pro Inserat zu bezahlen wäre wenigstens fair und ließe sich einzeln oder in Paketen verkaufen.
      >>

      Stimmt eigentlich. Wäre ein gutes Format als weitere option. Vlt. kommt das ja noch. Das eine schließt ja das andere nicht aus und man könnte dem Fahrer entscheiden lassen, welche Variante er bucht (vgl. ebay Auktion/Kleinanzeige). Das Risiko für „leere Bude“ wäre für MFG jedoch natürlich extrem hoch bis höchstwahrscheinlich gewesen, wenn sie so gestartet hätten.

      • Und warum schreiben Sie dann im Text „Geht’s noch?“, als diese Alternative genannt wurde?

        Warum soll das Risiko für „leere Bude“ so extrem hoch sein? Der Shitstorm wäre ein deutlich geringerer gewesen, als beim ZBS. Die Fahrer werden wenigstens nicht bevormundet und es findet keine Bonitätsprüfung statt. Dazu ist es wenigstens eine leistungsgerechte Bezahlung und keine Besteuerung meiner Fahrleistung.
        Ich meine, es hätte für deutlich mehr Verständnis und Akzeptanz gesorgt, als die Daumenschraube, die jetzt eingeführt wurde.

      • @airline

        Ich habe zu dieser Variante nicht “Geht’s noch?”, sondern „nicht wirklich?“ geschrieben. gemeint war „nicht wirklich gut“. Dank Deines Einwurfs habe ich darüber nochmals nachgedacht (ich lass ja auch Einiges mal setzen und revididiere auch mal meine Haltung, dafür sind ja Diskussionen da). Es wäre durchaus eine gute Option.

        Jedoch: Fährt Du jedes Inserat kostenpflichtig, hast Du Risiko einer großen bzw. der geneellen Ablehnung eines kostenpflichtigen Angebotes. Dein Angebotsumfang kann vom Fleck her rapide in den Keller gehen. Die Quantität ist jedoch ausschlaggebend für die Attraktivität. Führst Du eine Monetarisierung wie MFG ein, hast Du relativ gesicherten Bestand, weil das Einstellen dem Fahrer erst mal nichts kostet.

  8. Hallo Klaus,
    ich finde es bezeichnend, dass sie hier allein aufgrund der Rekommerzialisierung Partei ergreifen, ohne auch nur den Versuch gemacht zu haben, durch einen kleinen Selbstversuch tiefer in die Materie einzusteigen. Dafür geben sie „Literartuempfehlungen“ ab.
    Ich bin selber nicht gegen einen gewinnbringende Betreibung einer Seite, im Gegenteil, sonst könnte sie sich nicht halten und sie würde irgendwann abgeschaltet.

    -Zu ihrem Vergleich zu damals: Damals war die Vermittlung sicherlich auch wirklich teurer! Es wurde alles manuell gemacht, eine Fahrt wurde in Karteikarten geschrieben, hat mit den Fahrern/Mitfahrern telefoniert, hat die Karteien durchsucht…etc.. Dies war eine echte Vermittlung!
    Der Service der Internetportale beschränkt sich allerdings auf das anbieten eines sehr kleinen Speichers in einem Netzwerk, wodurch pro Fahrt sicherlich bedeutend geringere Kosten entstehen und eine Vermittlung nicht stattfindet! Es ist wie das Schwarze Brett früher.
    So haben sich die Zeiten im elektronischem Zeitalter geändert. Die sachen werden nunmal durch Automatisierung billiger, bis hin zu dem Grad, dass sie allein durch die Aktzeptierung von Werbung bezahlbar werden.
    -Hätten sie die Seite getestet, wäre ihnen aufgefallen, dass sie den Namen nicht mehr verdient! Das finden einer Mitfahrgelegenheit ist dort wesentlich komplizierter als das buchen eines Fluges, Busses oder Bahntickets!

    -Falls sie sich ausreichend informiert hätten, wären Ihnen die zwei unterschiedlichen Buchungsmöglichkeiten aufgefallen.
    1. Barzahlung bei Fahrt:
    nur möglich durch Angabe vollständiger Kontoinformationen zzgl. Einwilligung der Einzugsermächtigung und der einwilligung in einer Schufa Überprüfung!
    das hat zur Folge:
    -sensible Daten werden im Internet freigegeben
    -das Finanzamt hat einen vollständigen Übeblick über die Fahrten und Einnahmen..
    Auswirkungen:
    positiv: Aktualisierung der Plätze,
    negativ:
    -Buchungsanfragen werden von Mitfahrern wild und vielfach gestellt um an die Nummer zu kommen, somit ist das Argument der Platzaktualisierung sowie der Verbindlichkeit dahin
    – bei Nichterscheinen des Mitfahrers ist nicht nur ein Platz im Auto unbezahlt, sondern man Zahlt selber auch noch 11% für diesen

    2.Onlinezahlungvor der Fahrt: Nur hier die Nutzung des Paypal Kontos möglich!
    Auswirkungen:
    positiv: Aktualisierung der Plätze, bei Vorabbezahlung, erhät der Fahrer bei nicht rechtzeitiger Abmeldung der Fahrt des Mitfahrers das Geld trotzdem, Verbindlichkeit
    negativ: keine Flexibilität mehr möglich
    Fazit:
    Die freiwillige Vorabbezahlung war ein echter Mehrwert der Seite, der durchaus seine 5%, die diese anfangs gekostet hat wert war (über die Höhe ließe sich reden!).
    Einen weiteren erkennbaren Mehrwert der Umstellung auf das neue Buchungssytem ist selbst ohne eine Gebühr von 11% nicht zu erkennen. IM GEGENTEIL, es ist kompliziert, unzuverlässig, unflexibel, u.v.m. alles Attribute, die ein Mitfahrer nicht will! Und jetzt soll auch für die deutlcihe Verschlechterung des Service auch noch eine Gebühr von 11% bezahlt werden!?! Verstehen sie diese Kritik? Ich würde denen Geld zahlen wenn sie das System rückgängig machen würden!

    -Gewinn, ja! Abzocke mit riesen Marge nein!
    Kurze Rechnung:
    Mitafhrgelegenheit gibt an 1.000.000 Fahrten im Monatb zu haben. Nehmen wir nnur 500.000 über 100km mit einer mittleren länge vvon 250km (15€) und 2 von 3 Mitfahrern einer Gebühr von 11%, macht Einnahmen von 1.650.000€ im Monat. Das ist doch Grotesk! Serverkosten von höchsten 1000€ + Personalkosten (60 Mitarbeiter grosszügige 5000€) 300.000€ + nettes Büro…
    ->Die machen mehr als 1.000.000€ Gewinn im Monat!
    Sehen sie, bei all Ihrem unternehmerischen Geist finde ich sie drehen etwas adabsurdum!
    „Gratiskultur schafft Gratismentalität“ und Gier macht nur noch gieriger und am Ende alles kaputt!
    Ich finde es wirklich ekelhaft wie die Seite ausgeschlachtet werden soll!
    -Zu den Investoren:
    -Daimler sieht das Ding nicht meiner Meinung nach nicht als Investment mit welchem sie Gewinn produzieren will sondern geht da unter Forschung, Daimlers App, Movel läuft im übrigen noch über das alte Sytem, sprich Kontaktdaten sind frei ersichtlich! Ohne Buchungssystem, ja die gleichen Fahrten, gleiches System, weiß nur keiner!
    -earlybird venture capital zwingen zur direkten Monetarisierung und geben explizit an, dass sie die Marktbeherrschende Position ausnutzen wollen
    – auch die neu auf den Markt kommenden Fernbuslinien (unter anderem des ADAC und der Post) profitieren deutlich von der Schwächung und der Verteuerung des Mitfahrens!
    -Zu ihrem Vergleich von Buchungen: Onlinebuchungen im Hotel, Restaurant, etc. zahlen sie im Internet doch nicht! Wenn sie online buchen, bekommen sie doch größtenteils ein besseres Angebot als wenn sie vor Ort, oder auf der Firmeneigenen Internetseite buchen! Die Gesetze des Marktes scheinen sie ja im Kopf zu haben.

    Einen netten Gruss, Moritz

    • @Moritz
      Danke für Deinen Kommentar! Als Newbie habe ich natürlich keine so langjährigen Mitfahrgemeinschaftserfahrungen wie ihr. Aber ich habe sowohl als Fahrer als auch als Mitfahrer das System bereits getestet.

      Und ich habe nicht geschrieben, dass ich reibungslos glücklich und zufrieden bin. Mein Posting hat den Kontext, dass ich davon überzeugt bin, dass sich die Monetarisierungsstrategie durchsetzen könnte. Wenn sie es natürlich richtig machen und sich weiter verbessern. Das System hat noch einige Schwächen und Optimierungsbedürfnisse. Z.B. Deckelung der Verprovisionierung einer Transaktion fände ich wichtig („x%, jedoch max …“), Modelle für Vielpendler. Das macht sogar ebay und das heißt was;-). Aber das sind für mich Feinheiten und Produktfunktionskritiken selbst (bei denen ich in einigen Deiner Aufführung natürlich Punkten zustimme!). Hier aber nicht mein Thema, denn es geht um die grundsätzliche Betrachtung der Thematik.

      Schwarze Bretter wie ebay oder Partnerschaftsbörsen sind auch nicht mehr so ganz kostenlos. Es gibt aber glücklicherweise kostenlose Schwarze Bretter, es gibt professionell betriebene. Freie Wahl.

      Ich vertiefe mich nicht in die interne Kostenstruktur des Unternehmens, einer Webseite und Deiner Kalkulation. Auch das ist nicht mein Thema.

      Viele Grüße!
      Klaus

  9. Moin,
    erklär mir doch bitte mal den Begriff „Rekommerzialisierung“.
    Bei google habe ich den Begriff nicht gefunden und der Duden kennt ihn auch nicht.

    Oder verhält sich das so wie mit „Kosten“ und „Unkosten“ ?

    • @Willi
      Kostenlositis steht auch noch nicht drin. Es wird Zeit, dass der Duden diese Begriffe aus dem Webzeitalter aufnimmt;-)

      Wiederkommerzialisierung (einer bereits früher kommerziell umgesetzten Sache)

  10. So wie der Ersteller der hiesigen Seite eine gewisse Erwartung für die Zukunft hat (Shitstorm legt sich, Nutzer lernen das Buchen, es kommen sogar Nutzerkreise dazu, weil jetzt alles verbindlicher wird), habe ich aus meiner Persönlichen Erfahrung als Vielfahrer auch eine Erwartung der künftigen Ereignisse. Die alten Mitfahrzentralen in den 90er hatten ein Problem. Auch ich hab mir einen Arbeitsplatz im Westen gesucht und wurde so zum Wochenendpendler. Die Organisation der Fahrgemeinschaft hat die Mitfahrzentrale am Frankfurter Hauptbahnhof gemacht. Genau zwei Monate lang. Danach hatte ich einen festen Mitfahrerstamm und ausreichend Leute hatten meine Telefonnummer. Kein Mensch kommt in dieser Situation auf die Idee: „Wir kennen uns zwar, aber wir könnten ja trotzdem kostenpflichtig buchen.“
    Bei Mitfahrgelegenheit war dies jahrelang anders, wenn ein regelmäßiger Mitfahrer fragte, wann ich denn das nächste Mal unterwegs sein werde, war die Antwort: Sie einfach bei MFG rein!

    Und genau dieser Punkt ist bereits vorbei. Die letzten 6 Wochen wurden genutzt um Telefonlisten zu pflegen, etwas früher seine Fahrten einzustellen, der Mitfahrer kümmert sich auch wieder eher um eine Fahrt, fertig.
    Natürlich stellen viele der regelmäßigen Fahrer Ihre Fahrten weiterhin auch bei MFG ein. Somit ist sichergestellt, daß jeder Gelegenheitsmitfahrer irgendwann mit einem „Wechsler“ mitfährt. Dann sieht er recht schnell, daß es ein Angebot gibt, welches 11% teurer ist, dafür die Kontaktaufnahme durch Ausblenden der Telefonnummer erschweret wird, bzw. der Text zensiert wird. Und auf der anderen Seite ein kostenfreies Portal, wo die gleiche Fahrt den „alten“ Preis hat, Telefonnummern drinstehen und sogar der Fahrer den gleichen Namen hat. Spätestens wenn diese Mitfahrer zuerst bei den Alternativportalen die Plätze suchen, kommt dann die frage an die verbliebenen Gelegenheitsfahrer der MFG: „Warum inserierst Du noch bei Mitfahrgelegenheit? Fahrgemeinschaft ist doch kostenlos!“.

    Den Spruch hat man mit zwei anderen Portalen bereits vor einigen Jahren gebraucht. War zu der Zeit allerdings eher selten mit Mitfahrern unterwegs. Somit kann ich nicht so genau sagen, wie lange das Erlegen des Platzhirsches damals gedauert hat. Nun hat MFG über eine lange Zeit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad aufgebaut, viele Nutzer tragen jetzt für Pfingsten Ihre erste Fahrt seit Ostern ein und bemerken daher den Philosophiewechsel hin zum Bezahlportal erst jetzt. Das erklärt auch den dauerhaft hohen Level des Shitstorm. Denke aber nach Pfingsten wird es im Gästebuch der MFG wieder ruhiger, bis dahin sollte auch der letzte (von denen, die dort noch reinkommen) die neue Situation bemerkt haben. Dann kann mal gezählt werden.
    1. Wieviele Fahrer haben sich sofort aus Protest angemeldet?
    2. Wieviele Umgehen nach wie vor das Buchungssystem mit den üblichen kleinen Tricks?
    3. Wieviele nutzen MFG lediglich zur Gewinnung von neuen Mitfahrern für dann regelmäßige Fahrten.?
    4. Wie gut ist das Angebot der 4-5 kostenlosen Portale dann zB. in einem Metaportal „fahrtfinder.net“ zusammengefaßt (eigentlich fehlt nur noch drive2day dort gelistet)?
    usw.
    Mein Auto war in der Zeit des Umbruchs gefragter denn je. Es war manchmal recht anstrengend, die vielen Mitfahrer(bzw. Anrufer) über Alternativen aufklären zu müssen. Provisionszahlungen an MFG waren genau 0€. Bin aber Spender an das kostenlose Portal meiner Wahl! Ich gehe davon aus, daß KlausWolfrum mit seiner Vorhersage der MFG-Zukunft falsch liegt.
    Schauen wir mal….
    Hartmut

    • Hallo Hartmut,

      du sprichst mir voll aus dem Herzen!
      Genauso mache ich das nämlich auch. Auch ich hab schon an das von mir bevorzugte Portal gespendet und engagiere mich auch andrerseits für dieses und die anderen kostenlosen Alternativen. Denn diese zeigen, dass man nicht 11% Gebühr für ein nicht funktionierendes und zwangsweise zur Verfügung gestelltes Buchungssytem berappen muss.
      Aber der Herr Wolfrum hat mittlerweile genauso wie das angepriesene Portal Textbausteine, die er benutzt und dabei geht er teilweise leider nicht auf die angegebenen Argumente ein oder schiebt sie einfach weg mit “ Hier aber nicht mein Thema, denn es geht um die grundsätzliche Betrachtung der Thematik.“
      Wenn er das Thema MFG anspricht, gehören auch die von die angesprochenen Punkte von den hiesigen Diskussionsteilnehmern dazu oder man setzt sowas garnicht erst ins Netz, Klaus!

      Auch ich wünsche Allen eine kostenlose Fahrgemeinschaft, die (wörtlich übersetzt) heute fährt und einen Fahrtfinder, der immer kostenlose Fahrten im Net anbietet.

      Gruß Micha

      P.S.: Ich hoffe, der letzte Stz wird nicht von Klaus gecancelt, so wie es oft mit ähnlichen Sätzen im GB und auf der FB- Seite von MFG passiert ist bis hin zum Ausschluss der Kritiker!

      .

      • @Klaus: „Die Geschäftsidee einer Plattformübergreifenden Suchmaschine wie Fahrtfinder.net finde ich übrigens gleichfalls gut!“

        Aber was hältst du dann davon:
        „Leider hat uns carpooling heute mitgeteilt, dass sie die Suchergebnisse ihrer Dienste (mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de) nicht bei uns gelistet haben möchten.“
        (Quelle: FB- Seite von fahrtfinder.net)

        Scheinbar hält carpooling nix von Metasuchmaschinen!

      • @Micha

        Ist natürlich schade. Für alle Beteiligten (Fahrtfinder, Nutzer, und letztendlich auch MFG). Keine Ahnung aber, wie der Verlauf oder der Hintergrund ist.

        Wenn eine Webseite generell oder selektiv nicht aggregiert werden möchte, muss man das natürlich respektieren.

  11. Ich sehe es ähnlich wie Klaus (guter Artikel!). mitfahrgelegenheit.de ist ein toller Service der mir meine Distanzbeziehung finanziert und für den ich auch gerne eine Gebühr bezahle. Ok, das Buchungssystem kostet mich etwas mehr Aufwand aber der ist in Relation zum Nutzen akzeptabel. Der Nutzen besteht für mich schlichtweg darin, dass ich zu 99% immer eine passende Mitfahrgelegenheit finde.

    Die Diskussionen ob der Service vorher kostenlos war oder ob man 60 Leute für den Betrieb der Webseite benötigt oder nicht spielt dabei für mich keine Rolle. Zudem wird in vielen Postings nicht berücksichtigt dass für eine erfolgreiche Vermittlung ausreichend Nutzer die Plattform kennen müssen.

    Also alles halb so wild. Das Buchungssystem wird die Idee nicht killen und alle Honks die hier ihre Neidnummer abziehen tun mir nur Leid.

  12. Ich finde die Disskusion weitgehen überflüssig. Angebot und Nachfrage. Aber Argumente wie die meines Vorredners, „… dass für eine erfolgreiche Vermittlung ausreichend Nutzer die Plattform kennen müssen.“ Schön dass man sich Gedanken macht, schade wenn dabei sowas rauskommt. Das würde bedeuten, dass Monopole eine richtig feine Sache sind. Wer einmal groß am Markt ist darf sich alles erlauben und das sogar völlig legitim! Google mal Telekom oder IBM. Solange MFG keine Bilanz veröffentlichen und uns erlauben einen Blick ins Tatsachengeschäft zu werfen, und das werden sie nicht, und man wird wissen warum, sind Blogs mit solch netten Gedanken ohne großartigen Mehrwert. Google und Facebook haben sowiet ich mich nicht irre dezent mehr Mitarbeiter als 60 und sind in der Lage ihre ursprüngliche Dienstleistung kostenfrei anzubieten. Und andere E-C Plattformen auch, dies ist also nie und nimmer nötig gewesen.

    Shur Jashi.

  13. @Shur Jashi

    Da hast Du auf jeden Fall recht, dass Marktvorherrschende und Monopolstellungen ganz und gar nicht eine feine Sache für die Konsumenten sind. Aber ich verstehe nicht Deine Schlussfolgerung, was a) zum einem eine Personalstärke und b) ein Kriterium der Kostenpflicht/Kostenlos hier im Kontext stehen.

    Du siehst das kostenlose YouTube anders, wenn Du z.B. als Gitarrenlehrer Deinen Gitarrenkurs nicht als Bezahlabrufvideo am Markt anbieten kannst, weil das Thema Video auch „dank“ YouTube ja doch bitteschön kostenlos und werbefinanziert sein muss, Du es dann aber lässt, weil sich die lausigen Adsense-Pennies ganz und gar nicht rechnen?

    Schade für viele potentielle Geschäftsideen von Inhalteanbietern.

    Video pay on demand Geschäftsmodelle haben derzeit praktisch keine akzeptierte Chance im Videocontentmarkt. Ihr Eigentumsrecht können sich viele Inhalteanbieter geschmeidig in die Haare schmieren, weil sie dem Giganten hinterherlaufen müssen und die uploadenden Nutzer die Umsetzung „kostenlos“ selbst in die Hand nehmen.

    Kostenlos kann auch ganz schön teuer werden.

  14. Auf jeden Fall scheinen Sie ganz schön einfältig zu sein. Was stimmt bitte mit Ihrem Deutsch nicht? 2. Sind Sie nicht selbst Ökonom? Warum verstehen Sie im herrschenden Kontext den Zusammenhang von Human Resources und Kosten nicht? Sehr nett. Wie kommen Sie von MFG auf Video-on Demand? Auch sehr nett. Der letzte Absatz stimmt schon, hat nur überhaupt nichts mit meinem Beitrag zu tun. Ich wäre erfreut, wenn Sie sich beim nächsten Beitrag auf den Subtext konzentrieren würden.

    Danke.

    Shur Jashi

    • Wollen wir mal nicht so sein: Klaus 1:0 Shur.

      Ich dachte es handelt sich um rethorische Fragen, mein Fehler. Die Geschäftsführer der Carpool GmbH meinten schließlich selbst, man müsse durch stark gestiegenen Personalbedarf zusätzliche Kosten decken. So rechtfertigte man das neue Buchunssystem. Das halte ich für schlichtweg falsch. Ohne Bilanz: Kaffeesatzleserei.

      Youtube sehe ich dadurch nicht anders, nein. Man muss sich vorher fragen wie viel Markt einem das Internet bietet. Der Gitarrenlehrer wird da wohl weniger Resonanz finden, aber fragen Sie mal Gronkh, der erfreut sich starker
      finanzieller Gesundung.

      Facebook finanziert sich momentan auch völlig ohne Entgelt vom Endverbraucher, ebenso wie tausende andere Dienste, die vergleichbare Dienste anbieten mit eben der selben Nutzerdichte.

      • Rechtfertigung und das tatsächliche Ziel liegen hier sicherlich ein wenig auseinander. Man muss die Begründung ja auch nicht gänzlich abnehmen (was auch ich nicht tue). Was hätten sie sonst als Begründung sagen sollen? Tacheless? Jede Preiseinführung oder Preiserhöhung wird meist alleinig nur so argumentiert.

        Es stimmt natürlich, dass es YT-Stars mit angeblich bis offensichtlich ganz nettem Einkommen gibt. Gibt es aber auch tatsächlich die Transparenz in Sachen Verdienst bei YouTube, die man von MFG hinsichtlich Geschäftszahlen einfordert? Bei YT geht es mir nicht nur um Resonanz, sondern um Varianten einer möglichen Beteiligung am Markt. Vielfalt von Modellen und nicht einzige Abhängigkeit einer Erlösbeteiligung von Werbeeinnahmen. Ein Gitarrenlehrer hätte für seinen Kurs, wenn er ihn professionell produzieren würde, weitaus größeren Aufwand als ein Gronkh, der „nur“ digitale Spiele kommentiert.

        Was macht ein Gronkh, wenn er von YT wegen was auch immer gekickt wird? Wohin geht er dann mit seinen Inhalten und wie verdient er weiterhin mit seinen Videoinhalten?

        Um was geht es jetzt? Um die Thematik einer monopolen Positionierung oder lediglich der Monetarisierung eines Dienstes mit einer hohen Nutzerdichte, der sich auch weiterhin anderweitig refinanzieren und dadurch für den Konsumenten kostenlos bleiben könnte?

        Wenn man Facebook erwähnt, muss man auch immer weiterhin daran denken, dass MFG auch weiterhin für die Mehrheit der Nutzer kostenlos ist.

      • Nachtrag:

        >>
        Man muss sich vorher fragen wie viel Markt einem das Internet bietet.
        >>

        Gerade das Netz bietet Möglichkeiten für Nischen bzw. sollte es das tun. Wenn eben nicht ausschließlich eine Masse (hoher traffic-Werbeerlöse) als mögliche Refinazierung zur Verfügung steht.

  15. “Wenn man Facebook erwähnt, muss man auch immer weiterhin daran denken, dass MFG auch weiterhin für die Mehrheit der Nutzer kostenlos ist.”

    Wir beide wissen, das dieser Fakt keinem weiter hilft und nur simple Augenwischerei ist. War also Unnötig.

    „Man muss die Begründung ja auch nicht gänzlich abnehmen (was auch ich nicht tue)“

    Warum stärkst du MFG dann den Rücken? Sei doch froh den Durchblick zu haben. Und die Tatsache das alle Konzerne lügen, wenn es um Preiserhöhungen geht, ist doch nicht schön! Nein, das ist schieße! Aber der Mob muss den Konzernen vertrauen können. Zudem kann ich nicht verstehen, warum man sich derart große Gesellschafter an Bord holen musste und nun sagt: „nein, die haben damit wirklich nichts zu tun, glaubt uns!“ Das ist der letzte Bullshit und daher verstehe ich einen Pro-Standpunkt nicht, dass ist auch Kern dieser Unterhaltung. MFG sind in der Betreibung der Online-Plattform nie exorbitante Kosten entstanden, lediglich die Expansion sehe ich als problematisch. Aber wie gesagt ich möchte keine Mutmaßungen ohne Bilanz tätigen. Fakt ist, dass uns MFG eine Menge verschweigt und ich hinter dem Buchunssystem pure Raffgier sehe, nun bist du dran mir zu erzählen warum du das anders siehst.

    „Gerade das Netz bietet Möglichkeiten für Nischen bzw. sollte es das tun. Wenn eben nicht ausschließlich eine Masse (hoher traffic-Werbeerlöse) als mögliche Refinanzierung zur Verfügung steht.“

    Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Ich würde eigentlich sagen: „Du bist wirklich noch nicht lange dabei.“ Defacto ja offenbar Unsinn. Das Internet „sollte“ nicht nur, sondern MUSS gar nichts! Du hast das Internet nicht wirklich verstanden. Liegt vllt am fortgeschrittenen Alter. Wie sollte man sich denn sonst über das Internet refinanzieren außer Werbeerlös/traffic? zudem welche Masse? Würde das Internet nur aus einer männlichen Zielgruppe von 17-49 jährigen bestehen, wäre das Internet zu 60% Pornografie. Und da kommst du mit Nischen. Das ist Idealismus vom feinsten. Erklär mal bitte wie du unterbewertete Dienstleistungen im Internet bevorteilen willst, oder gar ganz aktivieren! Ich glaube dafür würdest du groß rauskommen.

    „Was macht ein Gronkh, wenn er von YT wegen was auch immer gekickt wird? Wohin geht er dann mit seinen Inhalten und wie verdient er weiterhin mit seinen Videoinhalten?“

    Also im Fall Gronkh: er implementiert seine Video-Inhalte einfach weiter auf seiner eigenen Internetpräsenz und verdient da am Werbeerlös. Fertig. Gronkh hat hochrangige Werbeverträge mit Partnern die die selbe Zielgruppe haben, wie MFG auch. Er hat sich vertikal organisiert. das ist MFG mit der Kommerzialisierung nicht gelungen, im Gegenteil. Gronkh ist demnach meiner Meinung ein besserer Ökonom als MFG, klasse Gronkh. (Am Rande spielt Gronkh diese digitalen Inhalte selbst und kommentiert sie nicht nur).

    Kannst du doch noch an Myvideo erinnern? Als die angefangen haben Werbung an jedem Video zu schalten? Tot. und auch MFG wird sich daran das Genick brechen, wenn sich nur ein klarer Konkurrent positioniert. Google weiß das. Und geht mit dem Thema Werbung auf YT äußerst sensibel um. Internet: Angebot und Nachfrage.

    MFG hätte kostenfrei beliben können.

    • >>
      Warum stärkst du MFG dann den Rücken? Sei doch froh den Durchblick zu haben.
      >>

      Ich hoffe, dass ich ihn habe. Ich muss aber als Konsument nich den komplettesten Einblick haben und der Konzern ist nicht verpflichtet, ihn mir zu geben. ich bin weder ihr Steuerberater oder -Prüfer noch ein verantwortlicher Mitarbeiter. Dann müsste ich ihn haben. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich den Eindruck habe, der Konzern würde mich anlügen. Die Aussage trifft ja auch natürlich zu, dass man die Mitarbeiterkosten damit decken muss („nicht gänzlich abnehme“). Der cash flow wird für weitere Unternehmensziele benötigt: Internationalisierung, Marktpositionierung, Expansion, Investitionen, Befriedigung der Investoren, wasweißich. Also alles legitime Ziele eines Unternehmens, die für mich ökonomisch nachvollziehbar sind, ohne dass sie mir in epischer Länge dargelegt oder bestätigt werden müssen. Nebenbei wird der ganze Akt in Deutschland und nicht von Irland aus betrieben. Auch das ist nicht unwesentlich für mich. Ich hoffe, dass das so bleibt.

      >>
      Das Internet “sollte” nicht nur, sondern MUSS gar nichts!
      >>

      Demnach auch keine kostenlose Webdienste ermöglichen.

      >>
      Du hast das Internet nicht wirklich verstanden. Liegt vllt am fortgeschrittenen Alter.
      >>

      Aha.

      >>
      Wie sollte man sich denn sonst über das Internet refinanzieren außer Werbeerlös/traffic?
      >>

      Siehe Carpooling.

      Schauen wir und die Sache nochmals in einem Jahr an. Jetzt ist noch viel zu früh, Schlüsse über eine Entwicklung zu ziehen oder einen Trend zu sehen.

      MyVideo tot? http://www.alexa.com/siteinfo/http%3A%2F%2Fwww.myvideo.de# Tot sieht für mich anders aus. Die Plattform ist aber nicht mein pers. Fav.

  16. Sehr geehrter Herr Wolfrum,

    ich habe mein Augenmerk weitestgehend auf Ihren Hauptartikel gelegt und nicht alle Kommentare verfolgt. Natürlich sehe ich die Dinge etwas anders, aber es gibt auch ein paar Grundsätzlichkeiten, die Sie leider etwas verdreht darstellten.

    Zunächst ist Carpooling nicht seit über 10 Jahren der Betreiber. Zuvor war es Mikini aus München und davor war es eben der bekannte dreier Studentenverbund. Vater des Gedankens, bzw. der Plattform ist und war Sven D., der nun eine alternative Seite (fahrgemeinschaft.de) anbietet.

    Ich denke, um fair mit der Angelegenheit umzugehen, sollte man sich fragen was man eigentlich für so eine Vermittlungsseite braucht. Im Prinzip nur eine Datenbank und eine Domain. Beides ist weder schwierig noch Kostenintensiv, wie uns ja deutlich die vielen Alternativportale zeigen, die seit Einführung der 11%-Abgabe bei der MFG wie Pilze aus dem Boden schießen.

    Ferner finden sich in meiner Schülerschaft viele Menschen wieder, die selber einen Server und Datenbänke, wenn auch mit anderem Hintergrund, betreiben. Der Kostenaufwand ist wirklich als gering einzustufen, da sich diese selbst mit Taschengeld finanzieren lassen.

    Was zu den Kosten beiträgt sind Dinge wie Strom, Internetverbindung und nicht zu vergessen, der sogenannte Traffic, also die Menge an Daten, die verschickt und versendet werden.

    Und genau hier fangen schon die ersten Ungereimtheiten an. Denn für das Inserat an sich ist es völlig irrelevant, ob die Reise nun 10, 100 oder 1000 km beträgt. Vergleichbar wäre dies mit einer dreizeiligen Fließtext-Anzeige in der Zeitung. Allein die Zeilen kosten Geld, unabhängig davon was da nun drin steht.

    Somit ist es auch nicht nachvollziehbar, warum jemand bei der MFG der von München nach Hamburg fährt mehr Kosten verursachen soll, als jemand der von Hannover nach Bielefeld reist.

    Zwischendurch darf ich erwähnen, dass ich, der dieses Portal schon seit dem Millennium nutzt, sicherlich mit zu den alten Hasen gehört. So habe ich damals auch versucht nach meinen Möglichkeiten dieses Portal bekannt zu machen, z.B. durch Werbeaufkleber oder einem Interview beim Stern. Aber das war noch die Zeit, wo dieses Portal im studentischen Besitz war.

    Kommen wir aber zurück zu den angeblichen Kosten der MFG und deren Gebühren. Obwohl selbst Informatikschüler wissen, dass sich über Online-Werbung einige hundert bis viele tausend Euro verdienen lassen, beklagte das MFG-Team die steigenden Kosten. Seltsamerweise aber erst, als der Laden Mikini und später Carpooling gehörte und mit Features aufgeblasen wurde, die die Mehrzahl der Nutzer weder wollte, noch brauchte.

    Es lässt sich sicherlich diskutieren, ob man nun unbedingt die Reisestrecke als Google-Maps angezeigt bekommen muss oder ob subjektive Bewertungen einen Nährwert haben, wenn sie die eigene Reisestrecke gar nicht betreffen.

    Der überwiegende Tenor der damaligen Nutzer war eben: „Bläht euch nicht auf, produziert bitte keine Kosten für Schnickschnack, wir regeln unsere Bedürfnisse lieber selbst.“

    Und zunächst schien es auch auf wohlwollende Ohren zu treffen. Denn es gab scheinbar immer irgendwie Menschen, die nicht in der Lage waren simpelste Kommunikation zu führen, versetzt wurden oder ihrem Obolus hinterher liefen. Das war aber eindeutig die Minderheit und vieles ließ sich auch mit eigener Dummheit erklären. Nur dafür kann die breite Masse nichts.

    Jedenfalls bot man gegen Gebühr ein Premiumsystem an, wo sich alle „Unfähigen“ und „Sicherheitsfanatiker“ wiederfinden konnten. Nur ging eben die Rechnung nicht auf, denn der Großteil war durchaus in der Lage seine Belange selbst zu organisieren.

    Fazit: Es wurde mutwillig mehr Traffic geschaffen als erforderlich und so mit die Kosten nach oben getrieben. Aber rechtfertigt das die 11%?

    Wie in vielen Forum zu lesen war, hätte die Mehrheit der Nutzer nichts gegen einen Monats- oder Jahresbeitrag gehabt. Und Ihre Argumentation, die ich gleich nochmals aufführe, hingt. Besonders deshalb, weil Sie, wenn es ihnen passt, gerne auf andere Online-Modelle zurückgreifen. Sie schrieben:

    „Mitgliedsgebühr: Fixer, unflexibler Betrag, auch bei Nichtinspruchnahme des Dienstes. Keine Alternative für mich

    Anzeigengebühr: Zahlen auch bei Nichterfolgsfall. Nicht wirklich, oder? Auch: Die Analogwelt würde grüßen lassen.“

    Ich erwähnte schon anfangs das Inserat in der Zeitung. Sie bezahlen die Anzeige, egal ob Sie etwas verkaufen oder nicht, und egal wie hoch der Preis Ihres Artikels ist. Warum das so ist, entspricht ja auch der Logik, da es dem Setzer oder der Druckerschwärze egal ist was da steht – drei Zeilen sind eben drei Zeilen.

    Gleiches Prinzip hat auch Ebay. Ein Angebot zu erstellen kostet einen Beitrag, egal ob Sie Ihren Artikel nun verkaufen oder nicht. Ich könnte hier noch Seitenweise Beispiele aufzeigen, die zeigen, dass eigentlich Ihre Anschauung doch eher unrealistisch und weltfremd ist.

    Kommen wir nun zur Höhe des Beitrags. 11% sind mehr als happig. Ich könnte nun wieder hunderte Beispiele bringen, nehme aber mal meinen eigenen Fall. Als Beziehungspendler fahre ich meine Strecke ca. 45 mal pro Jahr hin und zurück. Im Durchschnitt habe ich 2,5 Gäste an Bord, die sich mit 20,- Euro pro Person an den Benzinkosten beteiligen.

    Damit komme ich auch gut hin, denn ich vertanke nach jeder Reise ca. 70,- Euro an Kraftstoff und habe somit auch einen Eigenanteil von 20,- Euro oder auf eine klassische Woche gerechnet: 40 Euro trage ich, 100 meine Mitfahrgäste. Von letzterem Betrag will nun die MFG 11% haben, als 11 Euro, was im Jahr sich auf 495 Euro summieren würde.

    Da stellt sich nun wirklich die Frage: „Für was?“ Für ein Buchungssystem, was mehr Nach- als Vorteile aufweist. Allein zu diesem Thema könnte ich seitenlange Referate halten. Nur soviel: Barzahlung bei der Fahrt ist für beide Seiten immer noch das Beste. Falls das nicht verstanden wird, werde ich dies gerne in einem weiteren Statement erörtern.
    Ferner ist das Buchungssystem der MFG nicht kompatibel. D.h.: es weiß nicht, ob von anderen Quellen eventuell Mitfahrer stammen. Es könnte nämlich auch sein, dass jemand einfach Ihre Nummer abgespeichert hat und Sie auf gut Glück anruft. Aber das erörtere ich bei Bedarf gerne nochmals später.

    Abschließend nur noch soviel: Mit dem Stand vom September 2013 wirbt das Portal mit über 5 Millionen User. Wenn jeder pro Jahr nur einen Euro zahlen würde, täte dies niemanden weh und selbst Carpooling könnte prima leben und arbeiten.

    Grüße Micha v. O.

    • @Micha von O.

      Danke für den Kommentar! Naja: Ob ich die Sache „verdreht“ darstelle, nur weil ich die Firmenevolution ein wenig verkürzt dargestellt habe? Das ist doch weniger entscheidend.

      Ich schreibe wieder im März 2014 ein ausführliches Blogposting zum Thema. Quasi als 1- Jahresbilanz. Bis dorthin dürfen sich die MFG-Gegner fragen, warum sich das Modell von MFG am Markt etabliert hat und warum die aus dem Boden gesprossenen Pilze verdorren bzw. gegenüber dem Platzhirsch alt aussehen. Ich habe das Gefühl, ich weiß bereits die Antwort…;-) Es scheint, ich liege derzeit absolut richtig mit meiner Prognose, dass sich das Geschäftsmodell gerade dank auch der Gegner durchsetzt. Und ich schreibe das einesfalls parteiisch, sondern ausschliesslich analysierend.

      Stay tuned.

      • Warum sähen diese denn alt aus? Ich habe eher ein gegenteiliges Bild. Immer mehr meiner MF kommen von den alternativen Portalen. Und immer mehr sind unzufrieden mit dem sog. „Platzhirsch“, allerdings zu faul bzw. unwissend nach Alternativen zu suchen. Daher sind alle Fahrer, die dem Carpooling-Muskelspiel auf Dauer entsagen wollen, gefragt, diese Alternativen noch bekannter zu machen.
        Nur mit durchgehender Aufklärung kann das auf Dauer erreicht werden. Die Werbemittel sind, wenn überhaupt vorhanden, so gering ausgeprägt, dass die Reichweite kaum über das „Neuland“ hinausgeht.

        Viele der alternativen Portale werden sicherlich wieder eingehen. Es hat sich allerdings ein Trend zu drei, vier Bekannten entwickelt: Fahrgemeinschaft, Mitfahren, Flinc und Bessermitfahren.
        Mittlerweile empfehle ich meinen MF fast nur noch die Metasuchportale wie fahrtfinder.net oder mitfahrsuche.com.

        Die vor Kurzem seitens Carpooling gestartete Umfrage wird auch nichts bringen. Es wird den raffgierigen Bayern nur zeigen, wie eng sie die Bandagen schnüren müssen, um den trotzigen Teil der User endgültig mundtot zu machen und vom eigenen Portal zu vertreiben.
        Mittlerweile habe ich mehrere „Gelbe Karten“ per Mail kassiert, etliche meiner Gästebucheinträge wurden gezielt zensiert oder gelöscht und selbst vor meinen Inseraten (auch die abgelaufenen, die nur als Vorlage dienten) wurde nicht Halt gemacht. Auf eine vernünftige Aufklärung warte ich noch heute. Meinungsfreiheit? Fehlanzeige, zumindest bei den größenwahnsinnigen Münchnern mit schwäbischer Schützenhilfe.

      • @airline

        >>
        Es hat sich allerdings ein Trend zu drei, vier Bekannten entwickelt: Fahrgemeinschaft, Mitfahren, Flinc und Bessermitfahren.
        >>

        Na…dann nimm besser mal noch BlaBaCar auf Dein Trendradar. Die haben bereits Anfang Juli Mitfahrzentrale.de als bisherige Trafficnummer 2 überholt

        Übrigens:
        Jeder „Gebührengegner“, der auf MFG mit (s)einem Inserat am Gebührensystem vorbeiverkauft oder vorbeiverkaufen möchte, unterstützt wieder unbewusst den Laden. Das Angebot entziehen und andere Portale mit dem Angebot stärken wäre der einzig richtige Schritt. Das machen aber wirklich die Wenigsten. Denn dafür denkt jeder zu sehr und zu kurzfristig an sich selbst und Hauptsache an (s)ein volles Auto. Das ist keine persönliche Kritik. So sind wir nun mal…;-)

        Nur ein Grund, der MFG zuspielt…

      • BlaBlaCar sehe ich persönlich sehr kritisch. Im Mutterland Frankreich werden bereits kräftig Gebühren erhoben. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis der „Big Bang“ auch in Deutschland kommt.
        In Sachen Zensur sind die sogar noch einen guten Schritt weiter als die Carpooling. Während Carpooling erst im Nachhinein zensiert, wird bei BlaBlaCar noch vor Veröffentlichen alles gelesen und ggf. „korrigiert“.

        Ob das sofortige und vollständige Umschwenken auf andere Portale der einzig richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln. Viele meiner MF sind Feiertagsfahrer und bekommen einen Schreck, wenn sie von der Gebühr hören. Da sie aber meist nur wenige Tage vor der Abfahrt einen Fahrer suchen, ist die Muße denkbar gering, um sich nach Alternativen umzuschauen. Stattdessen wird die Kröte geschluckt und man registriert sich dort. Die Zeche muss ja der Fahrer zahlen.
        Ich versuche diese MF dann darüber aufzuklären und gebe ihnen zumindest die Suchportale an die Hand, die sie danach auch vielfach nutzen. Würden alle Fahrer restlos umschwenken (was nie passieren wird, da brauchen wir uns nichts vorzumachen), bleiben genau diese MF zwischen Baum und Borke sitzen und fahren notfalls selbst.
        Der Anteil dieser spontanen Seltenmitfahrer ist aber vergleichsweise hoch, jedenfalls auf meinen Strecken.

  17. Pingback: Mitfahrzentralen im Web – 1 Jahr nach Einführung des kostenpflichtigen Buchungssystems bei MFG | Klaus Wolfrum

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