Meine ersten Couchsurfing-Erlebnisse

Keine Ahnung, wie lange Couchsurfing bei mir schon im Speicher ist, irgendwann mal ausprobiert zu werden. Schon sehr lange auf jeden Fall. Aber doch immer wieder über die Jahre aufgeschoben oder verworfen (klappt das denn wirklich?) oder vergessen und oftmals haben sich Reiseplanungen wie es halt so ist dann doch konventionell in einer Partnerschaft ergeben.

Im August 2017 kam mir CS dann doch mal wieder in den Sinn und ich hatte mich doch mal registriert. Findet man auf dem Sozialen Netzwerk nämlich nicht nur einen Host mit Couch, sondern auch Events lokal bis weltweit: Selbst organisierte Treffen von Couchsurfern für alle möglichen Aktivitäten auf Reisen oder natürlich in der Heimat. So ein Event zu Hause ist ja auch eine sehr gute Gelegenheit, ein paar Couchsurfer mit deren Erfahrungen kennenzulernen.

Ich hatte mir im August hierfür das Event Wanderung in der Fränkischen Schweiz rausgepickt, welche Vanessa, eine Couchsurferin aus Nürnberg, organisiert hatte:

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Wir waren so rund 20 Couchsurfer, die von Igensdorf über die Lillachquelle nach Gräfenberg gewandert sind. Eine superschöne Sonntagswanderung mit netten und interessanten Leutchen!

Die Wanderung hat mir natürlich beste Gelegenheit gegeben, mich über Erfahrungen von Couchsurfern zu erkundigen. Das waren wirklich Hammerklasse Erlebnisse, denen ich lauschen konnte. Trips von Deutschland bis Moskau, Mongolei bis Neuseeland und Australien, alles dabei! Von lokalen Hosts überall auf der Welt regelmäßig organisierten Stammtischen, bei denen sich Couchsurfer auch zum Teil für eine gemeinsame Fortsetzung ihrer Reise ein Stück des Weges verbinden. Und das klappt alles hervorragend. Es waren durchwegs bereits schon sehr erfahrene Couchsurfer mit wandernd dabei. Und von niemanden konnte ich ein negatives Erlebnis, außer das vielleicht mal was nicht geklappt hat, hören. Wow! Das ist ja genau meins!

Interessant ist natürlich die durchschnittliche CS-Altersstruktur: Der Hauptpart bewegt sich bis Mitte 25. Ab da finden sich dann meist persönliche Partnerschaften und Familiengründungen in den meisten Lebenslinien und das Reiseverhalten ändert sich entsprechend. Ab Anfang 60 finden sich wieder mehr lokale Hosts und auch Surfer. Tja, so ist das Leben… Aber gut, dass anscheinend viele alleinstehende ältere Semeser das Netzwerk dann wieder nutzen.

Für meinen Barcelona-Trip zu den Stones hatte ich mir im Frühsommer bereits ein Hostel gebucht, sonst hätte ich natürlich auch CS probiert. Jedoch empfiehlt es sich aber jedoch auch, erst mit dem eigenen Beherbergen von Gästen zu starten. Erst geben, dann nehmen. Startende Couchsurfer ohne einer einzigen Rezension tun sich nämlich schwer, eine Couch (ist natürlich auch mal ein Bett, aber auch mal nur ne Luftmatratze) bestätigt zu bekommen. Ich finde die Handhabung aber auch sinnvoll, hält sie eine Parasitenmentalität ein wenig fern vom Gedanken des free sharings.

Aber ich habe dennoch einen Couchcsurfer in Barcelona treffen wollen und hatte mich mit Franz, einem seit den 80ern in Barcelona lebenden Münsteraner für einen bunten Abend am Fest La Mercè verabredet.

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Es war ein so unterhaltsamer und gesprächsreicher Abend, dass ich vergessen habe, ein Erinnerungsselfie von uns beiden zu machen. Nur ein Grund mehr, nochmals nach BCN zu Franz zu reisen! 🙂

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Meine erste CS-Rezension! 🙂

Soderle…dann wollte ich mich doch endlich mal an ein erstes, „echtes“ CS-Erlebnis – also mit Couch – machen. Ende Oktober war nochmals so schönes Wetter für ne Radtour und ich hatte mir eine 2-Tages-Route Erlangen – Windsbach – Ansbach – Fürth – Erlangen auf Bayernnetz für Radler zusammengestellt. So knapp 150 km. Als Übernachtungsstopp hatte ich mir Windsbach geplant. Entweder ergibt sich was oder ich nehme mir einen Gasthof. Da ich die Tour erst in der Nacht zuvor geplant und erste Anfragen an die Hosts schickte, hatte ich auch noch keine Zusage.

Woooohh, was für eine schöne Tour!

Unterwegs erhielt ich hinter Abenberg die Zusage von Roman aus Windsbach für eine Couch. Perfekt, perfekt! 🙂

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Roman ist urspünglich Ukrainer und lebt schon seit ein paar Jahren in Windsbach.

Gegen 19 Uhr war ich dann mal endlich da. Ich bin in Erlangen erst relativ spät losgeradelt und hab unterwegs noch häufiger die Nase einfach nur in die Sonne gehalten… Wir hatten zusammen gekocht, gegessen und gequatscht. Es war so ein feiner Abend mit tiefgreifenden Gesprächen und interessanten Themen. Ich erinnere mich nicht, dass ich schon mal mit einem Ukrainer den Abend verbracht habe. Und auch das macht Couchsurfing gerade aus: Der Austausch und das Verstehen der verschiedenen Mentalitäten und Kulturen. Beim Essen und Kochen, bei politischen und gesellschaftlichen Themen. Wer demnach Couchsurfing nur zum Übernachten sucht bzw. seine Ruhe braucht, sollte besser in einer Pension bleiben. Couchsurfen ist definitiv ein Austausch auf sozialer Ebene. Und die meisten machen es ja gerade auch deswegen, weil sie anonyme Übernachtungsmöglichkeiten „ohne Anschluss“ satt haben.

Roman hat mir auch viel aus seiner Heimatstadt Kiew erzählt und gezeigt. Witzig auch: Er selbst hat über Couchsurfing seine Frau kennengelernt 🙂

Es wurde spät…

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Kaffee bei Roman im Garten! 🙂

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Roman & ich

HaHa: Ich bin erst kurz vor 12 wieder losgeradelt! 😀 Und geschlafen hatte ich bei Roman supergut in einem Bett im Gästezimmer. Ich bin tief dankbar für dieses erste CS-Erlebnis mit solch einer herzlichen, offenen Gastlichkeit!

Wie gut, dass ich endlich auf dem Couchsurfing-Trip bin! 2018 habe ich bereits eine Reise in den Iran geplant. Und nach Kiew möchte ich auch unbedingt mal. Und nach Litauen, Und nach….und dahin…und dorthin auf jeden Fall auch noch….!

Ich bin auf meine zukünftigen Trips gespannt und freu mich schon drauf!

https://www.couchsurfing.com

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