Über Klaus Wolfrum

Medien- und Web-Unternehmer aus Erlangen. Gründer von Frankentipps.de und des Regionalportals Markt-ERH.de

Meine ersten Couchsurfing-Erlebnisse

Keine Ahnung, wie lange Couchsurfing bei mir schon im Speicher ist, irgendwann mal ausprobiert zu werden. Schon sehr lange auf jeden Fall. Aber doch immer wieder über die Jahre aufgeschoben oder verworfen (klappt das denn wirklich?) oder vergessen und oftmals haben sich Reiseplanungen wie es halt so ist dann doch konventionell in einer Partnerschaft ergeben.

Im August 2017 kam mir CS dann doch mal wieder in den Sinn und ich hatte mich doch mal registriert. Findet man auf dem Sozialen Netzwerk nämlich nicht nur einen Host mit Couch, sondern auch Events lokal bis weltweit: Selbst organisierte Treffen von Couchsurfern für alle möglichen Aktivitäten auf Reisen oder natürlich in der Heimat. So ein Event zu Hause ist ja auch eine sehr gute Gelegenheit, ein paar Couchsurfer mit deren Erfahrungen kennenzulernen.

Ich hatte mir im August hierfür das Event Wanderung in der Fränkischen Schweiz rausgepickt, welche Vanessa, eine Couchsurferin aus Nürnberg, organisiert hatte:

30-10-_2017_20-47-36

Wir waren so rund 20 Couchsurfer, die von Igensdorf über die Lillachquelle nach Gräfenberg gewandert sind. Eine superschöne Sonntagswanderung mit netten und interessanten Leutchen!

Die Wanderung hat mir natürlich beste Gelegenheit gegeben, mich über Erfahrungen von Couchsurfern zu erkundigen. Das waren wirklich Hammerklasse Erlebnisse, denen ich lauschen konnte. Trips von Deutschland bis Moskau, Mongolei bis Neuseeland und Australien, alles dabei! Von lokalen Hosts überall auf der Welt regelmäßig organisierten Stammtischen, bei denen sich Couchsurfer auch zum Teil für eine gemeinsame Fortsetzung ihrer Reise ein Stück des Weges verbinden. Und das klappt alles hervorragend. Es waren durchwegs bereits schon sehr erfahrene Couchsurfer mit wandernd dabei. Und von niemanden konnte ich ein negatives Erlebnis, außer das vielleicht mal was nicht geklappt hat, hören. Wow! Das ist ja genau meins!

Interessant ist natürlich die durchschnittliche CS-Altersstruktur: Der Hauptpart bewegt sich bis Mitte 25. Ab da finden sich dann meist persönliche Partnerschaften und Familiengründungen in den meisten Lebenslinien und das Reiseverhalten ändert sich entsprechend. Ab Anfang 60 finden sich wieder mehr lokale Hosts und auch Surfer. Tja, so ist das Leben… Aber gut, dass anscheinend viele alleinstehende ältere Semeser das Netzwerk dann wieder nutzen.

Für meinen Barcelona-Trip zu den Stones hatte ich mir im Frühsommer bereits ein Hostel gebucht, sonst hätte ich natürlich auch CS probiert. Jedoch empfiehlt es sich aber jedoch auch, erst mit dem eigenen Beherbergen von Gästen zu starten. Erst geben, dann nehmen. Startende Couchsurfer ohne einer einzigen Rezension tun sich nämlich schwer, eine Couch (ist natürlich auch mal ein Bett, aber auch mal nur ne Luftmatratze) bestätigt zu bekommen. Ich finde die Handhabung aber auch sinnvoll, hält sie eine Parasitenmentalität ein wenig fern vom Gedanken des free sharings.

Aber ich habe dennoch einen Couchcsurfer in Barcelona treffen wollen und hatte mich mit Franz, einem seit den 80ern in Barcelona lebenden Münsteraner für einen bunten Abend am Fest La Mercè verabredet.

P1000200.JPG

Es war ein so unterhaltsamer und gesprächsreicher Abend, dass ich vergessen habe, ein Erinnerungsselfie von uns beiden zu machen. Nur ein Grund mehr, nochmals nach BCN zu Franz zu reisen! 🙂

10-12-_2017_09-11-05

Meine erste CS-Rezension! 🙂

Soderle…dann wollte ich mich doch endlich mal an ein erstes, „echtes“ CS-Erlebnis – also mit Couch – machen. Ende Oktober war nochmals so schönes Wetter für ne Radtour und ich hatte mir eine 2-Tages-Route Erlangen – Windsbach – Ansbach – Fürth – Erlangen auf Bayernnetz für Radler zusammengestellt. So knapp 150 km. Als Übernachtungsstopp hatte ich mir Windsbach geplant. Entweder ergibt sich was oder ich nehme mir einen Gasthof. Da ich die Tour erst in der Nacht zuvor geplant und erste Anfragen an die Hosts schickte, hatte ich auch noch keine Zusage.

Woooohh, was für eine schöne Tour!

Unterwegs erhielt ich hinter Abenberg die Zusage von Roman aus Windsbach für eine Couch. Perfekt, perfekt! 🙂

10-12-_2017_16-11-48

Roman ist urspünglich Ukrainer und lebt schon seit ein paar Jahren in Windsbach.

Gegen 19 Uhr war ich dann mal endlich da. Ich bin in Erlangen erst relativ spät losgeradelt und hab unterwegs noch häufiger die Nase einfach nur in die Sonne gehalten… Wir hatten zusammen gekocht, gegessen und gequatscht. Es war so ein feiner Abend mit tiefgreifenden Gesprächen und interessanten Themen. Ich erinnere mich nicht, dass ich schon mal mit einem Ukrainer den Abend verbracht habe. Und auch das macht Couchsurfing gerade aus: Der Austausch und das Verstehen der verschiedenen Mentalitäten und Kulturen. Beim Essen und Kochen, bei politischen und gesellschaftlichen Themen. Wer demnach Couchsurfing nur zum Übernachten sucht bzw. seine Ruhe braucht, sollte besser in einer Pension bleiben. Couchsurfen ist definitiv ein Austausch auf sozialer Ebene. Und die meisten machen es ja gerade auch deswegen, weil sie anonyme Übernachtungsmöglichkeiten „ohne Anschluss“ satt haben.

Roman hat mir auch viel aus seiner Heimatstadt Kiew erzählt und gezeigt. Witzig auch: Er selbst hat über Couchsurfing seine Frau kennengelernt 🙂

Es wurde spät…

20171015_095542

Kaffee bei Roman im Garten! 🙂

20171015_122930

Roman & ich

HaHa: Ich bin erst kurz vor 12 wieder losgeradelt! 😀 Und geschlafen hatte ich bei Roman supergut in einem Bett im Gästezimmer. Ich bin tief dankbar für dieses erste CS-Erlebnis mit solch einer herzlichen, offenen Gastlichkeit!

Wie gut, dass ich endlich auf dem Couchsurfing-Trip bin! 2018 habe ich bereits eine Reise in den Iran geplant. Und nach Kiew möchte ich auch unbedingt mal. Und nach Litauen, Und nach….und dahin…und dorthin auf jeden Fall auch noch….!

Ich bin auf meine zukünftigen Trips gespannt und freu mich schon drauf!

https://www.couchsurfing.com

Advertisements

Frontstaged: Über meine Leidenschaft für Live-Konzerte

Einer der Gründe für die Entstehung von Frankentipps: Ich liebe seit jeher Live-Konzerte! Am liebsten vorne! 😀 Für mich macht soviel die Magie solcher einzigartigen Ereignisse aus: Die Vorfreude, die Begegnungen mit Menschen und das gemeinsame „Brennen“ für den Moment, das Drumherum. Und natürlich zum Höhepunkt die Künstler und deren Musik auf der Bühne.

Bei einem meiner letzten Trips (Bruce Springsteen 2016 in Rom) hatte ich eine kleine Whats App-Gruppe Freunde jeden Tag mit kleinen Reiseepisoden auf dem Laufendem gehalten. Das war schon sehr witzig und hat allen in der Gruppe und mir mächtig viel Spaß bereitet. „Mönsch, mach doch da mal `n Blog oder sowas“ kam als Feedback. „Keine schlechte Idee“ dachte ich mir, lies das ganze Thema jedoch noch ein Jahr in der Schublade.

Nun wurde es langsam aber mal Zeit, die Idee endlich mal live gehen zu lassen! Hurra!

Ich freue mich von ganzem Herzen, wenn ich mit dem ein oder anderen Konzertbericht auch anderen eine Freude zur Erinnerung machen kann, man sich per Kommentar im Netz wiederbegegnet oder weitere für solche Trips inspiriert werden. Denn nichts ist schöner als ein Konzert (oder andere Bühnenveranstaltung) in tatsächlicher Liveatmosphäre statt Youtube oder DVD. Atmosphäre ist nicht nicht downloadbar.

Mein erstes Blogposting natürlich vom Konzert 2016 in Rom.

18-07-_2016_14-00-26

Als mich der Boss auf die Bühne bat:
http://www.frontstaged.de/2017/07/16/bruce-springsteen-the-e-street-band-in-rom-circus-maximus-16-juli-2016-als-mich-der-boss-auf-die-buehne-bat/

Mitfahrzentralen – Von einem Dienst aus der Kostenloskultur zur Rekommerzialisierung – Teil 2

Erinnern wir uns: Deutsches Unternehmen und Marktpionier Mitfahrgelegenheit führte März 2013 die Kostenpflicht ein. „Noch“ faire 11% Vermittlungsgebühr für Fahrer. User-Shitstorm inkl. reger deutscher Medienbeteiligung („Mitfahrgelegenheit zockt ab“). Hier proaktive Empfehlungen zu kostenlosen Alternativen, insbesondere zu BlaBlaCar. Dieses französische Unternehmen BlaBlacar mit absehbarem Geschäftsmodell startete (nicht per Zufall) zeitgleich in DE und propagierte „kostenlos“ – was natürlich das Gro – auch durch Berichterstattung – glaubte und im eigenen Interesse nutzte, solange es kostenlos ist. Folge: Die Mehrheit der Fahrtangebote wanderten nach und nach zu BlaBlaCar. Mitfahrgelegenheit streckte 2015 die Flügel, verkaufte sich an BlaBlaCar. BlaBlaCar daraufhin dominierender Marktführer in DE.

August 2016: BlaBlacar führt Kostenpflicht ein. Vermittlungsgebühr jetzt: Schöne, satte 20% (und je nach Fahrpreis sogar noch mehr: Bis zu 45%!) Für Mitfahrer.

Es gab natürlich auch strategische Fehler seitens MFG insbesondere in der Kostenpflichteinführung und der Kommunikation. Das hat BlaBlaCar mit einer regional abgestuften Einführung in den letzten Monaten und einer Reservierungsgebühr für Mitfahrer (earn per sale, Userkapital) statt Vermittlungsprovision für Fahrer (monatl. Abrechnung) wesentlich intelligenter umgesetzt. Ob aber auch MFG eine Chance gehabt hätte, selbst wenn sie diese Punkte gegenüber einem VC-starken „vorübergehenden“ Kostenlosmitbewerber optimal umgesetzt hätten? Denn das sind meiner Meinung genau die Schwächen des Marktes im Netz: Die Dominanz von Risikokapital für digitale Leistungen mit minimalen Grenzkosten. Und der stets ans kostenlos im Netz orientierte Konsument.

Glückwunsch aber an BlaBlaCar! Und an die Mitfahrer, die jetzt sogar noch 20-45% Aufschlag zum Fahrpreis bezahlen dürfen, die meisten Fahrer jedoch ihren Fahrpreis aufgrund des deutlichen Aufschlages noch senken müssen. Und werden, weil sie müssen.

Schade noch nachwievor für den Verlust vom deutschen Unternehmen Mitfahrgelegenheit.

Zum Thema mein damaliges Blogposting, in dem ich mitunter meine Überzeugung zur Etablierung eines kostenpflichtigen Buchungssystems darstellte.

10 Jahre Frankentipps.de!

10 Jahre Frankentipps.de: …wie die Zeit vergeht…

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Ideen, das Thema Veranstaltungskalender für Regionalportale zu professionalisieren. Um für allen Beteiligte – Veranstaltern, Lesern und natürlich auch uns als Medienanbieter – die Chancen und Möglichkeiten des Internets bestmöglich zu nutzen. Ende 2004 ging es in die Planung und Realisation.

Herausgekommen ist damalig völlig neuartiges Konzept in der Branche der Online-Veranstaltungskalender, welches im Mai 2005 online ging und in seiner Form noch heute einzigartig am Markt ist. Das Geschäftsmodell – ein für alle Veranstalter und Ticketinganbieter offenes, jedoch kostenpflichtiges Portal mit einer dafür maximalen Verteilung der Termindaten im Netz – erschien mir eigentlich ziemlich simpel und überzeugend. Ungeahnt schwer war jedoch die Etablierung dieses neuen Konzepts und Monetarisierungsansatzes am Markt.

Frankentipps.de ist Jahr für Jahr stetig gewachsen. Heute kratzen wir bereits an der 8 Mio-Nutzerschwelle für das Jahr 2015. Der Ticketingabsatz ist alleine gegenüber 2014 weiter um 60% gestiegen. Es ist ein wirklich gutes Gefühl, trotz aller Widrigkeiten und Durststrecken konsequent drangeblieben zu sein und das Ding eigenständig „durchgekriegt“ zu haben.

DANKE an alle – auch natürlich ehemaligen – Mitarbeiter und allen, die wir in den vergangenen 10 Jahren von der „Idee Frankentipps“ überzeugen konnten!

Der Rundfunkbeitrag und die im Netz googelnde Menge nach Rat. Zum Beispiel auf gez-boykott.de

Man kennt das ja. Man hat ein rechtliches Problem. Im Mietverhältnis, bei einer Abmahnung, bei ebay.

Wohin zuerst? „Rein ins Google“. Wo kommt man raus? Entweder bei einem Anwalt, der die Suchmaschinenoptimierung für seine Webseite verzüglichst versteht („Abmahnung von xyz erhalten? Unterschreiben Sie nichts ohne meine Beratung“ oder „Klagen gegen den Rundfunkbeitrag? Ich berate Sie“), bei einem Büchleverkäufer („So werden sie den Rundfunkbeitrag los“). Oder im schlimmsten Fall in einem Forum. Eine Frage, x verschiedene Meinungen. Oft ist man nachher genau so schlau wie vorher. Oder noch unsicherer. Dann und wann ist aber sicher auch mal ein vernüftiger und brauchbarer Tipp dabei. Unbestritten. Meist sind diese Foren jedoch vollgepfercht mit Experten unbekannten Alters und unbekannter Qualifikation weil anonym, die mit Rat & Tat in der Richtung „da würde ichs aber drauf ankommen lassen“ bzw. „auf jeden Fall klagen“ nicht geizen. Denn es sind ja Tipps nicht auf eigenen Kosten.

Soweit, so üblich.

Recht fragwürdig wird meiner Meinung nach so ein Forum, wenn Beiträge und Kommentare bewusst zensiert werden, weil der Beitrag nicht in den Forumstenor der Moderatoren passt. Diese erkenntnisreiche Erfahrung habe ich nun mit dem Forum „GEZ-Boykott“ machen dürfen.

gez-boykott-scr

Forum auf gez-boykott.de

Weiterlesen

Mitfahrzentralen im Web – 1 Jahr nach Einführung des kostenpflichtigen Buchungssystems bei MFG

Vor genau einem Jahr hatte mitfahrgelegenheit als erste Web-Mitfahrzentrale in Deutschland die Kostenpflicht für seinen Dienst eingeführt. Ich hatte hierüber gebloggt und einige Prognosen zum Funktionieren des Geschäftsmodells gegeben.

Ein Jahr ist ein guter Zeitpunkt, diese Prognosen zu hinterfragen und auch über das erste Jahr des Buchungssystems bei MFG zu berichten.

Prognose Marktpositionierung

Ich schrieb im Mai 2013: „Wesentlich spricht die bisher erarbeitete Marktpositionierung für sich. MFG ist mit deutlichem Abstand Marktführer in Sachen Frequenz und Inseratsbestand. Zwar gibt es zahlreiche kostenfreie Alternativen, diese haben jedoch nicht annähernd die dominierende Stellung von MFG. Anbieter von Fahrten werden ihre Angebote zwar auf weiteren Plattformen einstellen, auf MFG werden die wenigsten verzichten wollen. MFG wird faktisch nicht geschwächt. Die Vermittlungswahrscheinlichkeit wird weiterhin für MFG sprechen.“

Der aktuelle traffic-Vergleich (Quelle alexa.com) bestätigt diese Prognose:

alexa_mfgs Weiterlesen